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Schulen

Modisch und animalisch

Von Marion Eickler, 11.11.09, 14:16h

Die Universität lädt Schüler zu gemeinsamen Forschungsprojekten ein. Zum Auftakt dieser neuen Art von Interdisziplinarität widmete man sich auf vielfältige Weise dem Thema „Kleidung und Mode“.

Gesamtschule Rodenkirchen
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Schüler der Gesamtschule Rodenkirchen (Bild: Eickler)
Gesamtschule Rodenkirchen
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Schüler der Gesamtschule Rodenkirchen (Bild: Eickler)
Sülz - Die geisteswissenschaftliche Forschung verlässt die Universität, um frische Alltagsluft zu schnuppern. Mit dem Projekt Sum (Schule - Universität - Museum) gehen Wissenschaftler der Fachdisziplinen Ethnologie, Kunstgeschichte und Geschichte an Kölner Schulen, um dort gemeinsam mit jungen Menschen zwischen zwölf und zwanzig Jahren Fragen ihrer Fächer zu erörtern. Zum Auftakt dieser neuen Art von Interdisziplinarität widmete man sich auf vielfältige Weise dem Thema „Kleidung und Mode“. Die Präsentation der Ergebnisse fand jetzt in der Aula des Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasiums in Sülz statt.

Seit März beteiligten sich an dem Projekt insgesamt 150 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Rodenkirchen, des Humboldt-Gymnasiums am Kartäuserwall in der Innenstadt und des Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasiums. Sie arbeiteten zu allen Aspekten von Kleidung und Mode, und sie nutzten zahlreiche Möglichkeiten der Darstellung: Collagen und Computerpräsentationen, kostümierte Schaufensterpuppen, Texte - und die Fotografie.

Der Pelz, das Tierfell als Kleidungsstück versieht seine Trägerin mit Attributen wie Exklusivität und Luxus, lässt aber auch Assoziationen zum Animalischen, Raubtierhaften aufkommen, wie eine gemischte Gruppe aus den drei Schulen fand. Sie hatte eine Mitschülerin mit Pelzmütze in Tierposen inmitten der Natur fotografiert.

„Braucht die Welt Schuluniformen?“ hatten sich zum Beispiel Schüler der Gesamtschule Rodenkirchen im Unterricht gefragt. Bei der Diskussion wurden unterschiedliche Standpunkte deutlich. Einen Vorteil der Uniform sprach Jasmin (17) an: „Man sieht nicht, ob jemand aus einem reichen oder armen Elternhaus kommt.“ Doch Max (13) entgegnete dem: „Kleidung ist doch Ausdruck der Persönlichkeit. Die will ich doch nicht in einer Uniform verstecken.“ Andere betrachteten Kleidung unter dem Aspekt eines Grundbedürfnisses, als Schutz vor Kälte oder Hitze, erst danach als Ausdruck von Persönlichkeit und Statussymbol.

Die Projekt-Betreuer der Universität fanden die Vielfalt der Annäherung an das Thema spannend. Sie wünschen sich zukünftig die Kooperation mit noch mehr Kölner Schulen. „Das ist für beide Seiten erhellend. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblick in verschiedene universitäre Disziplinen und ihre Arbeitsweisen. Wir bekommen wichtige Anregungen für unsere aktuelle Forschung“, meinte der Historiker Hans-Peter-Ullmann.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres begannen die Vorarbeiten zu dem Projekt, an dem auch wissenschaftliche Hilfskräfte beteiligt waren. Sie arbeiteten in den teilnehmenden Schulen und an der Universität mit den Jugendlichen und begleiteten die Exkursionen in Museen, unter anderem ins Museum Ludwig. Diese Form der Kooperation zwischen Universität, Museum und Schule soll ausgeweitet werden. Ein zweites Projekt zum Thema „Raum“ ist in Vorbereitung.



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