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Tiersegnung

Wendelin ist tierisch beliebt

Von Marion Eickler, 11.11.09, 14:08h

Pfarrer Wolfgang Fey lässt eine alte Müngersdorfer Tradition neu aufleben: Er segnet Tiere. Auf dem Dorfplatz vor der Kirche St. Vitalis wurden auch Meerschweinchen gesegnet.

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Tiersegnung in Müngersdorf (Bild: Eickler)
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Tiersegnung in Müngersdorf (Bild: Eickler)
Müngersdorf - Vermutlich ist den Meerschweinchen Max und Felix ganz egal, dass sich in diesem Moment der Pfarrer von St. Vitalis, Wolfgang Fey, über sie beugt und sie segnet. Ihre Besitzer aber, die Kinder Sebastian und Maria, finden es wichtig, dass die Tiere an diesem Abend auf dem Dorfplatz vor der Kirche St. Vitalis unter den Segen des heiligen Wendelin gestellt werden. Schließlich hängt ihr ganzes Herz an den kleinen pelzigen Geschöpfen. Segenswünsche können da nicht schaden. So sehen das viele andere Menschen auch. Und längst nicht alle sind Kinder. Zahlreiche Hundebesitzer sind mit ihren Tieren gekommen. Islandpferde mit ihren Reitern sind ebenfalls zu sehen. Eine junge Frau hat ihre zwei Ziegen sogar zu Fuß aus Junkersdorf hergeführt, wo sie auf dem Frohnhof zuhause sind. Sie sagt: „Ich finde es schön, dass die alte Tradition des Wendelin-Segens wieder aufgegriffen wurde.“ Ein Mann, seinen achtjährigen Boxer Emil an der Leine, pflichtet ihr bei und sagt: „Schließlich ist unser Emil Familienmitglied - wenn auch ohne Platz am Tisch, was er sehr bedauert.“ Emil bellt.

Pfarrer Fey hält eine kurze Predigt und erinnert die Menschen auf dem Dorfplatz daran, die Schöpfung zu achten, die sich in der Natur manifestiert und die dem Menschen anvertraut ist. „Der Mensch soll Segen, nicht Fluch für die Schöpfung sein“, so der Pfarrer. Zum Abschluss der Segnung zeigt er die Reliquie des hl. Wendelin. Sie wird in St. Vitalis aufbewahrt. Der Legende nach soll Wendelin gegen Ende des 6. Jahrhundert im Bistum Trier missioniert haben. Der Schutzpatron der Hirten und des Viehs wird in Müngersdorf seit Jahrhunderten verehrt.

Alljährlich fanden Ende Oktober große Wallfahrten statt. „Noch vor rund 100 Jahren strömten Zehntausende aus Köln und dem Umland zur Wendelinus-Oktav nach Müngersdorf“, erzählt Fey. Die dunkle Jahreszeit begann und mit ihr nach all der Arbeit des Sommers, eine ruhigere Zeit, in der sich die Menschen anderen Dingen zuwenden konnten. In Müngersdorf war dann immer Kirmes und richtig was los, wie Fey schildert. Heute geht es zur Wendelinus-Oktav weit beschaulicher zu. Doch Pfarrer Fey ist voller Hoffnung, mit der Tiersegnung eine gute Tradition aufgegriffen zu haben, die wachsen wird.



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