Von Peter Squentz, 20.11.09, 21:03h, aktualisiert 30.03.10, 16:01h
1967 gründete der Kölner Künstler Hans Karl Rodenkirchen im Wipperkotten eine Bürgerinitiative, die „Notgemeinschaft Abwassergeschädigter der unteren Wupper“, und er hat vor seinem Tod 2007 noch ihre Auflösung erlebt: Das Ziel der „Notgemeinschaft“ war erreicht. So wandern wir nun umso lieber hier, zwei Bachläufe neben der Wupper hinauf, einen dritten kurz hinab, zuletzt vorbei an Rodenkirchens malerischem Wipperkotten.
Die „Haasenmühle“ von 1404 macht den Anfang, die dreizehnte und letzte am Nacker Bach, der sich hier nach sechs Kilometern der Wupper ergibt. Seit 1886 hieß der Eigentümer Hermann Haase, doch „Hasenmühle“ hieß sie vorher schon, etwa 1843, als der damalige Müller namens Schmitz im „Solinger Kreis-Intelligenzblatt“ kund und zu wissen gab, dass er zwar eine „Fahrbrücke“ errichtet habe, dort, wo heute die Kreisstraße kreuzt; aber bitteschön weder für Krethi noch Plethi, sondern nur für seine Kunden.
Hier überqueren wir den Bach und wandern ihm nach links entgegen. Das ist Weg „L“ im Kreis, der Rundweg um Leichlingen. Hinter dem schönen Fachwerkensemble der Mühle gabelt sich der Weg an einem Steinbruchloch: Wir bleiben links, so nah es geht am Bach, und nähern uns der Ölmühle von einst, einem Fachwerkbau auf soliden Sockel. Heute werden hier Hunde gezüchtet, doch die Tiere auf den Weiden sind ein paar Schafe und ein Bock, zwei Handvoll Gänse, vier Esel und ein Truthahnpaar.
So viele Mühlen
Im Wald bleibt unser Weg am Rand der Aue, auf einem Buchenstamm steht „Brücke“. So sehen wir entfernt den wiederhergestellten Bau der „Schirpenbrucher Mühle“ gegenüber und erreichen bald ein Wegedreeick nah dem Knick der Straße vor wie unter uns. Hier verlässt uns vor der Kerbe eines Siefens unser Rundweg „L“ nach links. „Haasenmühle“ steht auf dem Baumstamm neben uns, dazu „A 2“. Zehn Meter weiter rechts steht ähnlich „Höhmannsberg“: Hier steigen wir nach rechts den Pfad hinauf, der kaum als solcher zu erkennen ist, und drehen uns dabei halblinks, in der Böschung aufwärts. Oben geht es zwischen Ilex nochmals scharf im Schwenk nach links und dann im Rechtschwenk weiter auf die Höhe.
Im Weiler Kohlsberg stoßen wir auf einen Fahrweg („Höhmannsberg“, hier oben nicht zu lesen), gehen rechts, „auf eigene Gefahr“, und kommen so im Schwenk nach links durch die gesamte Hofschaft, weiter mit „A 2“. Vorüber an dem letzten Schuppen, führt der Weg uns auf der Höhe durch die freie Flur. Wir sehen halbrechts weiß den spitzen Turm von Widdert, vor uns den Spitzturm von Sankt Mariä Empfängnis. Bald passieren wir zur Linken zwei Gebäude. Vor dem Grundstück von „Haus Sonnenhügel“ auf der rechten Seite folgen wir dem Pfad entlang der Weißdornhecke auf den Wald zu und hinab. Von der großen Eiche geht es dann im Wald hinab, am Strommast links und wenig später rechts. Unten stoßen wir bei einem alten Schleifkotten, dem „Schmidtskotten“, auf die Aue des Weinsberger Bachs, der einmal 23 Mühlen und Kotten seine Kraft gab. Zur Rechten stehen Kopfweiden im Tal.
Vorbei an der „Struppsmühle“Wir gehen längs der Wiese links auf einem Pfad am alten Mühlengraben, hart vor dem Sockel der Höhe, halten uns an ihrem Ende rechts, überqueren den Weinsberger Bach auf einem Fußgängerbrückchen und steigen in der kurzen Böschung auf bis auf den schmalen, splittgestreuten Querweg. Das ist der Klingenpfad um Solingen, und deshalb überall mit einem „S“ im Kreis markiert (sowie der weißen Pyramide des Wegs von Solingen nach Opladen). Er bringt uns links in schönen Buchenwald, an der „Struppsmühle“ vorüber, die Schleifkotten und Mühle war. Nicht lange darauf verkünden die Zeichen, dass sich die Wanderwege trennen werden, und rund 50 Meter weiter steigt der Klingenpfad rechts in der Böschung auf, kreuzt einen Querweg und bringt uns oben an den Fahrweg, der uns rechts nach Lache bringt. Hier kommen wir mit dem „Johänntgesbrucher Weg“ an die Straße heran, kreuzen sie und wandern mit der „Widderter Straße“ durch die flache Mulde („S“).
Ein kahler Pflaumenbaum am Weg ist dicht besetzt mit schwarzen Staren. Noch haben sie sich nicht entschieden, ob sie nun Zugvögel sind oder nicht. Auf der nächsten Höhe schwenkt der Klingenpfad bei einer Wegespinne scharf nach rechts, in eine Sackgasse hinein („Hintenmeiswinkeler Weg“). Höher geht es heute nicht: Hier liegt das Rheinland uns zu Füßen, das flache Land mit seinen Kraftwerkwolken, rechts Düsseldorf mit Fernsehturm und Henkel-Werk. 100 Meter weiter, vor dem ersten Acker auf der Linken, knickt der „Klingenpfad“ nach links. Wir folgen ihm bis in den Wald, im Schwung hinab und über den Wasserfaden des Hintenmeiswinkeler Bachs hinweg. Dann wieder aufwärts, aus dem Buchenwald hinaus und weiter zwischen Weideflächen mit Blicken in die weite Wupperaue rings um das alte Hofgut Nesselrath. Bald wird Weg „S“ von einer Buchenhecke rechts gesäumt, dann erreichen wir die „Friedrichshöhe“ mit einer dreistämmigen Eiche über einer Bank.
Schönes Brückchen
Hier geht es rechts, spitzwinklig, geradewegs hinab bis an den dichten Lärchenwald. Dort, auf dem Querweg, verlässt der Klingenpfad uns nun nach links, wir wandern rechts („A 2“) auf einem ausgesetzten Steig im Hang. Es geht hinab, erst ganz zuletzt im spitzen Winkel einmal links, und wir erreichen das Wuppertal vor einem Gartenbaubetrieb. Mit dem Fahrweg geht es ein paar Meter links, dann rechts zum „Landgasthof Friedrichsaue“, gleich am Fluss. Ein schönes Brückchen bringt uns hier hinüber; dahinter wandern wir am Prallhang rechts, mit vielen Zeichen wupperabwärts. Am Waldrand gabeln sich die Wanderwege. Wir bleiben rechts („N“), und steigen müssten wir nur noch, wenn wir am kleinen Leysiefen, der neben einer Bank den Weg kreuzt, links im Wald auf flachem Sporn die Reste von Burg Zoppesmur erkunden wollten. Man ahnt die ganze Anlage, sieht Mauern, einen Meter dick, doch interessanter ist der Leumund ihrer einstigen Bewohner, der Ritter Zopp und Rindfleisch. Sie waren üble Räuber, ihre Pferde trugen die Hufeisen verkehrt herum, um etwaige Fährtensucher abzuschütteln. Und wenn sie auch gestorben sind, so spukt es immer noch an ihrer Stätte.
Wir wandern weiter, kreuzen nach gut 250 Metern einen Fahrweg, dem Weg „N“ nach rechts folgt, bleiben auf dem unmarkierten Feldweg geradeaus und kommen mit dem nächsten Querweg rechts und an die Wupper. Das ist der Ansichtskartenblick schlechthin im Tal der Wupper: Der alte Wipperkotten gegenüber mit dem Wehr, der letzte erhaltene Doppelkotten seiner Art an der Einmündung des Weinsberger Bachs, die bleibende Erinnerung an Hans Karl Rodenkirchen, nach dem in Leichlingen inzwischen auch ein Weg am Ufer heißt.
Vorüber an Haus Nesselrath, 1303 zum ersten Mal erwähnt, nach einem Brand im 19. Jahrhundert bis auf die Vorburg abgetragen, folgen wir der Wupper bis an die Brücke für die Kreisstraße und kommen rechts zurück zur Haasenmühle. Von außen sieht sie wie ein schmuckes Wohnhaus aus, in der Gaststube hingegen zeigt sie dem Besucher ihr Mühlrad und die Zähne. Aus Holz.
Strecke und Anfahrt: Informationen zur Tippeltour 282
Wanderroute 281: Tippeltour durch das Urfttal
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