Die Heiligenhauser Bürger zeigen in Zeiten leerer Kassen, wie es gehen kann. Als das Bistum erklärte, dass es für den Saal kein Geld mehr habe, war die Bestürzung groß. Die Stadt erklärte schnell, dass auch sie keine Mittel für den Saal habe. Was also machen - den Kopf in den Sand stecken? Nicht in Heiligenhaus. Nach einigen Monaten hatten sich die Bürger gesammelt und gründeten einen Trägerverein. Seitdem heißt es für die Mitglieder regelmäßig mit anzupacken: Der eine kann dies gut, der andere das. Wieder anderen gehen im Ort „kötten“, um das nötige Kleingeld zusammenzubekommen. Und so stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Bau im Herzen des Ortes erhalten bleibt. Hätten die Heiligenhauser auf fremde Hilfe gewartet, wäre der Saal längst geschlossen. Dieses Signal gilt für vieles: In Zeiten knapper Kassen müssen alle mit anpacken bei Themen, die ihnen wichtig sind. Das lässt sich bei den vielen, fleißigen Eltern, die die Schulklassen ihrer Kinder streichen, gut beobachten oder bei zahlreichen Müllsammelaktionen. Denn der Staat kann nicht mehr alles leisten.