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Kommentar zum Klimagipfel

Staatschefs haben Zeit vergeudet

Von Joachim Wille, 15.11.09, 18:39h, aktualisiert 18.11.09, 13:58h

Gipfel-Chef Rasmussen hat auf dem Wirtschaftsforum in Singapur nur offiziell zugegeben, was jeder weiß: Die Staaten haben seit dem jüngsten Klimagipfel Zeit verplempert, ohne die Voraussetzungen für ein neues Klimaprotokoll zu schaffen.

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Eine Inderin überquert ein ausgetrocknetes Flußbett. (Bild: dpa)
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Eine Inderin überquert ein ausgetrocknetes Flußbett. (Bild: dpa)
Besser, man sagt den Anti-Treibhaus-Gipfel in Kopenhagen gleich ab. Wer denkt das nicht, wenn er erfährt: Bei dem Mega-Treffen im Dezember wird sowieso kein neues Weltklimaprotokoll verabschiedet werden, kein Kyoto II. Wieviel CO2 könnte man einsparen, wenn die 10 000 Regierungschefs, Minister, Beamten, Umweltschützer und Journalisten einfach zuhause bleiben und gemütlich Advent feiern, statt die Zeit mit Schaufensterreden und Papierstapeln tot zu schlagen.

Es wäre die angemessene Reaktion, stünde nicht so viel auf dem Spiel, nämlich die Zukunft des Planeten. Resignation ist angesichts der zu lösenden Aufgabe fehl am Platz. Tatsächlich hat der dänische Gipfel-Chef Rasmussen bei seinem Blitzbesuch zum Wirtschaftsforum in Singapur nur offiziell zugegeben, was längst jeder weiß. Die Staatengemeinschaft hat das Jahr seit dem jüngsten Klimagipfel verplempert, ohne die Voraussetzungen für ein neues Klimaprotokoll zu schaffen. So müssen die Weltenlenker nun in Kopenhagen nachsitzen. Rasmussen hofft: Obama, Hu Jintao, Merkel und Co. fliegen in Kopenhagen ein und übernehmen die weltpolitische Verantwortung, für die sie gewählt wurden. Das heißt: Sie machen konkrete Zusagen über CO2-Ziele sowie milliardenschwere Technologie- und Anpassungshilfen. Käme es so, würde noch alles gut. Denn die Ausarbeitung eines völkerrechtlich bindenden Protokolls im Jahr danach wäre dann zwar immer noch aufwendig, aber gesichert. Es könnte Anfang 2013 in Kraft treten, also direkt an Kyoto anschließen. Ergo: Klimapolitik ist, wenn Hoffnung schwindet, aber nicht stirbt.



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