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Kulturkränzje

Wenn Stadt und Staat pleite sind

Von Norbert Ramme, 16.11.09, 12:08h

Bömmel Lückerath und Klaus Peter Roggendorff (Bläck Fööss), die das „Kulturkränzje Rath-Heumar“ mitbegründet haben, beteiligten in diesem Sommer an der traditionellen Wallfahrt nach Biesfeld.

Wallfahrt
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Wallfahrt nach Biesfeld in den 1950er Jahren (Bild: privat)
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Wallfahrt nach Biesfeld in den 1950er Jahren (Bild: privat)
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Klaus Peter Roggendorf (v.l.), Wilhelm Blaszkiewicz, Bömmel Lückerath, Dieter Thelen und Florian von Stein (Bild: Ramme)
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Rath-Heumar - Dabei sein ist alles, dachten sich Bömmel Lückerath und Klaus Peter Roggendorff, zwei der maßgeblichen Mitbegründer des „Kulturkränzje Rath-Heumar“. Und so beteiligten sich der Gitarrist der Bläck Fööss und der Notar in diesem Sommer an der traditionellen Wallfahrt nach Biesfeld. Doch aus der geplanten Wanderung mit lockeren Plaudereinen wurde nichts. „Wir kamen überhaupt nicht dazu, irgendetwas miteinander zo verzälle.“ erinnert sich Lückerath. „Bis auf eine Frühstückspause in Herkenrath wurde sechs Stunden lang stramm marschiert. Und dazu immer nur bedde un singe, singe un bedde.“

Wie diese Wallfahrt - sie findet seit rund 300 Jahren am Samstag vor oder nach dem Kirchenfest Maria Heimsuchung (2. Juli) statt - in den 50er Jahren ablief, wird in einem ersten Buch des „Kulturkränzje“ geschildert. Die Sammlung mit Anekdoten und Erzählungen aus dem früheren Rath-Heumar ist kürzlich erschienen. Von der 500er Auflage sind bereits 270 Exemplare verkauft. Roggendorff: „Wir wollen kein Heimatverein sein, sondern verstehen uns als lockerer Stammtisch, der die Geschichte des Veedels aufarbeiten, zusammenstellen und nachvollziehbar machen will.“ Und Lückerath ergänzt: „Staat und Stadt sind pleite und überfordert. Da geht nur noch etwas in Eigeninitiative.“ Dabei ist das „Kränzje“ durchaus ein Expertengremium, denn neben Lückerath und Roggendorff stammen Mitbegründer wie Dieter Thelen, Josef Büscher und Florian von Stein aus Familien, die seit fünf oder mehr Generationen „im Dorf“ ansässig sind.

Fast genau so lange steht der inzwischen denkmalgeschützte Backsteinbau an der Rösrather Straße 503. Dieses 1860 gebaute Gesindehaus in Nachbarschaft des 1979 abgebrochenen Marcellenhofes, in dem zeitweise vier Familien mit 60 Personen auf 60 Quadratmetern lebten, haben Roggendorffs Eltern dem „Kränzje“ als Domizil zur Verfügung gestellt. Das soll kein „Heimatmusem“ sein, sondern Anlauf- und Begegnungsstätte für alte und junge Rath-Heumarer. Zudem Ausgangspunkt für den geplanten Kulturpfad. Roggendorff: „Da haben wir bislang 37 Stationen geplant.“



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