Von Jochen Loreck, 17.11.09, 16:43h
Zu dem heiklen Thema aus dem Grenzbereich zwischen Politischem und Privatem mag der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, an diesem Montag am liebsten gar nichts sagen, um dann doch zu sagen: „Es ist nicht seriös, darüber zu spekulieren.“ Damit ist immerhin klar: Das Thema Lafontaine / Wagenknecht ist der Linkspartei unangenehm. Und: Dementiert wird nicht.
Selbstverständlich gilt der Schutz der Privatsphäre auch für Politiker. Wie sie es mit Treue und Partnerschaft halten, ist in ihr Belieben gestellt. Und dass sich Politik und Erotik gelegentlich berühren, hat weder Überraschungs- noch Neuigkeitswert.
Gezielte Indiskretion?
Gleichwohl ist die gemutmaßte Lafontaine-Liebelei auch ein Politikum. Ganz offenkundig geht es interessierten Kreisen in der Linkspartei darum, Lafontaine gezielt zu schaden. Denn natürlich ist die Partei darüber irritiert, dass Lafontaine das Amt des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag - an der Seite Gregor Gysis - jüngst überraschend ausgeschlagen hat. Angeblich will sich der in dritter Ehe verheiratete Saarländer mehr auf den Parteivorsitz und die Oppositionsführerschaft im Saarbrücker Landtag konzentrieren.
Eine wirklich triftige Erläuterung seiner Motivlage hat der Machtmensch von der Saar freilich unterlassen - und sie wird nun aus der Gerüchteküche gleichsam nachgereicht. Demnach hat sich Lafontaines als besonders selbstbewusst bekannte Ehefrau Christa Müller (53) dafür stark gemacht, dass ihr Oskar künftig etwas mehr Zeit im Saarland und etwas weniger in der Hauptstadt zubringt. Und dieser Ratschlag wiederum soll mit der Person Wagenknecht eng zusammenhängen.
Haupthindernis für das Verhältnis zur SPD
Gegrummel gegen Lafontaine ist in der Linkspartei immer wieder mal zu hören - vor allem bei den mehr pragmatischen Kräften, die sich zu der Gruppierung „Forum Demokratischer Sozialismus“ zusammengeschlossen haben. Sie wissen zwar um Lafontaines Stimmenfänger-Qualitäten, zumal in der alten Bundesrepublik. Aber sie halten ihn auch für ein Haupthindernis, um im Bezug auf die SPD eine rot-rote Annäherung herbeizuführen.
Groll gegen Lafontaine kam partei-intern zuletzt auf im Zuge der rot-roten Koalitionsverhandlungen im Bundesland Brandenburg. Der Parteichef hielt dem brandenburgischen Landesverband vor, allzu nachgiebig gegenüber der SPD aufgetreten zu sein. Die Enthüllung im „Spiegel“, so ist nun zu hören, sei ein etwas unschöner Racheakt - eine grobschlächtige Reaktion darauf, dass der sinnenfrohe Lafontaine seinen politischen Willen in der Linkspartei immer mal wieder allzu brüsk habe durchsetzen wollen. Diesem Spektrum der Partei wäre es ganz recht, würde Lafontaine im nächsten Jahr nicht erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren.
Faires Verhalten von "Mainstreammedien"
18.11.2009 | 07.10 Uhr | R.Klein
wie dem KStA ?
Das kann man wirklich nicht erwarten !
Wenn sich diese Medien mal auf eine Person "eingeschossen" haben, dann wird diese…
Journalistengewissen?
17.11.2009 | 23.51 Uhr | pamfi
Verehrter Herr Loreck, ich hoffe, Sie schämen sich!
Artikel zurückziehen
17.11.2009 | 19.09 Uhr | digitus
Nachdem nun der wahre Grund für den Rückzug bekannt ist (Krebserkrankung), fände ich es fair, diesen Artikel aus dem Online-KStA zurückzuziehen.
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