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Ehemaliges Eumuco-Gelände

„Kleinod der Schwerindustrie“

Von Hartmut Zitzen, 18.11.09, 09:27h, aktualisiert 18.11.09, 09:51h

Drei Firmen wollen in das ehemalige Gelände der Firma Eumuco an der Josefstraße in Manfort investieren. Die Stadt hingegen hat mit dem Gelände andere Pläne.

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"So eine Halle finden Sie in Deutschland fast nicht mehr", wissen Valentin Wienert, Uwe Teuwen und Liuzhao Cai (von links). Ähnlich sieht es wohl auch die SPD-Fraktion und fordert nun Aufklärung. (Bild:Ralf Krieger)
Ehemaliges Eumuco-Gelände
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"So eine Halle finden Sie in Deutschland fast nicht mehr", wissen Valentin Wienert, Uwe Teuwen und Liuzhao Cai (von links). Ähnlich sieht es wohl auch die SPD-Fraktion und fordert nun Aufklärung. (Bild:Ralf Krieger)
Manfort - Nach dem Niedergang von Eumuco ist der Standort an der Josefstraße in Manfort, eines der letzten Industriegebiete in Leverkusen, keineswegs verwaist. Uwe Teuwen, selbst einst bei Eumuco beschäftigt, betreibt dort heute mit rund 40 Mitarbeitern auf eigene Rechnung Maschinenbau, und in den Hallen gleich nebenan arbeitet die CWB-Riku Enterprise GmbH in derselben Branche. Beide sind expansionswillig - und könnten demnächst noch Verstärkung von der Firma SK Maschinen bekommen. Die Geschäftsführer aller drei Unternehmen sind sich einig, dass sie der dezimierten Schwerindustrie in Leverkusen einen Schub geben und dabei Synergieeffekte bei Einkauf, Vermarktung und Ausbildung nutzen könnten. Wenn ihnen nicht das benachbarte Bauhaus zuvorkommt.

Der Baumarkt will ebenfalls expandieren und einen Teil des Eumuco-Geländes übernehmen. Dazu gehört auch ein Gebäude, das Valentin Wienert, geschäftsführender Gesellschafter der SK Maschinen, als „absolute Rarität in Deutschland“ bezeichnet. Die riesige Halle punktet mit zwei 90-Tonnen-Portalkränen, die sich mit einer Traverse zu einem 180-Tonnen-Kran verbinden lassen. Hinzu kommen Fundamente für schwerste Fertigungsmaschinen und eine Montagegrube für den Bau wahrhaft riesiger Maschinenteile.

Genau so etwas braucht Wienert, weil am SK-Produktionsstandort in Gera nur ein 50-Tonnen-Kran zur Verfügung steht und die Bodenverhältnisse auch nichts anderes zulassen. In Leverkusen würde er ein 48 Meter langes Fräswerk aufbauen, mit dem Schiffsdieselteile, Turbinengehäuse und andere Großapparate zunächst im Zwei-, später im Dreischichtbetrieb hergestellt werden könnten.

Abrissgenehmigung erteilt

Dass dieses „Kleinod der Schwerindustrie“ unwiederbringlich einem Baumarkt zum Opfer fallen soll, kann Wienert ebenso wenig verstehen wie Uwe Teuwen oder Liuzhao Cai, Geschäftsführer der CWB-Riku. Cai, der beste Kontakte nach China unterhält, berichtete dem „Leverkusener Anzeiger“ bei einem Rundgang über das Gelände, dass er mehrere Interessenten im Fernen Osten kenne, die nur zu gerne am Standort Josefstraße investieren würden. Er habe deshalb auch schon versucht, Informationen vom Eumuco-Insolvenzverwalter zu bekommen, auf seine Anfrage aber nie eine Antwort erhalten.

Teuwen weiß dagegen aus sicherer Quelle, dass der Insolvenzverwalter sich mit dem Bauhaus-Management bereits weitgehend über den Verkauf der großen Halle und anderer Immobilien geeinigt hat. Mehr noch: Obwohl ein Teil der Gebäude ihm gehört, habe der Baumarkt von der Stadtverwaltung bereits eine Abrissgenehmigung bekommen. Und das sogar rechtens: „Ich habe mich erkundigt. Man kann in Deutschland den Abriss oder Umbau von Häusern beantragen, ohne Eigentümer zu sein. Was man dann mit der Genehmigung macht, steht ja auf einem anderen Blatt“.

Zwei Leverkusener Ratsherren, Paul Hebbel und Hermann-Josef Kentrup von der CDU, wollen dem weiteren Niedergang der Schwerindustrie in Leverkusen indessen nicht tatenlos zusehen und haben eine umfangreiche Anfrage an Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn geschrieben. Sie wollen unter anderem wissen, wie die Bauhaus-Erweiterung in das erst vor kurzem beschlossene Baumarkt-Konzept der Stadt passt und wie sie sich mit den Zielsetzungen des Bebauungsplans „Eumuco-Gelände“ (kein großflächiger Einzelhandel) verträgt. Die Antwort des Oberbürgermeisters steht noch aus.



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