Von Barbara A. Cepielik, 19.11.09, 21:40h
Selbst wenn man die unbeantworteten Fragen zur Zukunft der sozialen Sicherungssysteme außen vor lässt, kann man nur feststellen: Unser Land ist (noch) nicht wirklich gut vorbereitet auf die große Zahl an Rentnern, die immer stärker unsere Gesellschaft prägen wird.
Es ist noch viel zu tun. Beispielsweise müssen Geldautomatentasten so gestaltet sein, dass man sie auch mit arthritischen Fingern bedienen kann. Ihre Monitore müssen so scharfe Bilder liefern, dass man sie auch mit den Einschränkungen durch eine Makula-Degeneration nutzen kann. Wo bringt man in einem neuen ICE-Triebwagen, sagen wir mal, sechs Gehhilfen unter? Wie können betagte Kunstinteressierte ein Museum besuchen, wenn dort nur ein Mini-Aufzug eingebaut wurde, in den keine Rolatoren mehr hineinpassen? Wann endlich wird es eine Lautsprechertechnik geben, die das Zuhören nicht nur mit hinlänglich funktionierendem Gehör erlaubt, sondern auch mit einem Hörgerät?
Noch bleiben die Menschen, die von solchen Einschränkungen geplagt sind, zurückhaltend mit ihren Klagen. Wenn aber die Generation das siebte Lebensjahrzehnt erreicht hat, die von Jugend an das Diskutieren, Kritisieren und Bürgerinitiativen-Gründen gewöhnt ist, kann sich das ändern. Kann? Muss. Dann wird man auf jene Abteilungen in den Rathäusern zeigen, die sich schon heute mühen, die Städte und Gemeinden auf den demographischen Wandel vorzubereiten - und die es noch sehr schwer haben, Gehör zu finden.
Die Alten von morgen, das sind die, die wir von der berühmten Karikatur kennen, auf der ein einziger Lehrer („Ich bin die Lehrerschwemme“) einer Schülerschar gegenübersteht („Wir sind der Pillenknick“). Beschämend eigentlich, wenn man immer noch fürchten muss, dass unser Land von einer Mehrheit jenseits der 60 genauso überrascht wird wie Ende der 60er Jahre von den Heerscharen von I-Dötzchen.
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