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Forschung

Merheim soll Uniklinik werden

Von Beatrix Lampe und Peter Berger, 19.11.09, 18:13h

Das Klinikum Merheim intesiviert seine Zusammenarbeit mit der Privatuniversität Witten-Herdecke. Noch in diesem Jahr soll Merheim zur Uniklinik werden. Durch die Veränderung soll mehr Raum für Forschung geschaffen werden.

Klinikum Merheim
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Am Klinikum Merheim wird bald mehr geforscht werden: Noch in diesem Jahr soll das Krankenhaus zum Uniklinikum werden. (Archivbild: Ramme)
Klinikum Merheim
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Am Klinikum Merheim wird bald mehr geforscht werden: Noch in diesem Jahr soll das Krankenhaus zum Uniklinikum werden. (Archivbild: Ramme)
Merheim - Das Klinikum Merheim wird voraussichtlich noch in diesem Jahr zum Universitätsklinikum der Privatuniversität Witten-Herdecke. Die Verhandlungen mit dem Land stehen nach den Worten von Wilhelm Hecker, Geschäftsführer der städtischen Kliniken, vor dem Abschluss. Mit fünf Lehrstühlen in Merheim (Anästhesiologie II, Chirurgie I, Innere Medizin II, Plastische Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie) ist Witten-Herdecke bereits eng mit den städtischen Kliniken verbunden.

Die medizinische Fakultät in Herdecke war in der Vergangenheit nach Auseinandersetzungen mit dem Wissenschaftsrat um die Konzepte der medizinischen Ausbildung gefährdet. Das hat zu einem Strategiewechsel geführt. Witten-Herdecke will künftig der Forderung des Wissenschaftsrats entsprechen, und der Forschung mehr Platz einräumen. Deshalb plant die Uni die Zusammenarbeit mit renommierten Krankenhäusern, die den Status einer Uniklinik erhalten sollen. Neben Mehrheim sind die Städtischen Kliniken von Wuppertal im Gespräch. Für die städtischen Kliniken Köln bedeutet das eine erhebliche Aufwertung, so Hecker. Als Universitätsklinik, an der Ärzte an ihrer Promotion und Habilitierung arbeiten können, werde Merheim sehr viel leichter hoch qualifizierte Mediziner gewinnen können. Forschung und Lehre, wie vom Wissenschaftsrat gefordert, könnten am Kölner Standort ausgebaut werden; dafür werde auch ein Teil der Gelder, die der privaten Universität Witten-Herdecke zur Verfügung stehen, nach Merheim zurückfließen. Über Summen wollte Hecker nicht sprechen. Bisher waren die fünf Lehrstühle für die städtischen Kliniken-Gesellschaft mit Kosten verbunden: Sie hat für jeden der Lehrstühle an Witten-Herdecke gezahlt; die Beträge seien im Etat der Kliniken aber nicht erheblich, so der Geschäftsführer.

Am Universitätsklinikum Köln sieht man die neue Konkurrenz eher skeptisch. Er könne sich kaum vorstellen, dass der Wissenschaftsrat des Landes dem Klinikum Merheim den Status einer Uniklinik verleihen werde, sagte der Ärztliche Direktor Edgar Schömig. „Wir haben im vergangenen Jahr rund 170 Millionen Euro für Forschung und Lehre ausgegeben.“ An einem städtischen Klinikum sei „davon nur ein Bruchteil“ zu erwarten. Das Land NRW müsse sich gut überlegen, ob es einer „Entwertung“ des Begriffs Vorschub leisten wolle. „Bisher gab es da eine ganz klare Abgrenzung, an der sich auch die Patienten orientieren konnten“, so Schömig. Sollte sich das ändern, werde sich die Universitätsklinik überlegen müssen, wie sie ihr Profil gegenüber anderen Kliniken schärfe.

Die Uni-Klinik hat derzeit einen eigenen Lehrstuhl in Merheim. Wilhelm Hecker erwartet, dass dieser Lehrstuhl II für Innere Medizin erhalten bleibt, auch wenn Merheim den Status einer Universitätsklinik erhält.



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