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Kommentar zur Filmvorführung

Wahnsinn von Linksaußen

Von Tobias Kaufmann, 19.11.09, 22:12h, aktualisiert 20.11.09, 11:44h

Zu der geplanten Diskussionsrunde um Claude Lanzmanns Film „Warum Israel?“ in einem Programmkino in Hamburg ist es nie gekommen. Mitglieder einer linken Gruppe verhinderten die Veranstaltung gewaltsam. Ein Ausdruck von Antisemitismus?

Claude Lanzmann
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Claude Lanzmann. (Bild: ARD)
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Claude Lanzmann. (Bild: ARD)
Es braucht in Deutschland keine Neonazis für eine antisemitische Aktion. Linksextreme tun's auch. Das musste Ende Oktober Claude Lanzmann (83) erfahren, Regisseur des berühmten Films „Shoah“. Sein Debütfilm „Warum Israel“ von 1973 sollte im Programmkino „B-Movie“ im Hamburger Stadtteil St. Pauli aufgeführt werden - in Kooperation mit der linken, pro-israelischen Gruppe „Kritikmaximierung“. Anschließend sollte über den Film diskutiert werden, der Juden über ihre Motive, nach Israel einzuwandern, interviewt.

Doch statt dessen gab es eine Schlägerei. Mitglieder einer anderen linken Gruppe, dem „Internationalen Zentrum B5“, verhinderten die Veranstaltung - indem sie einen israelischen Kontrollposten simulierten. Sie hatten ein Absperrgitter aufgebaut, vermummt und mit Uniformen verkleidet. Niemand kam durch, es sollen Worte wie „Judenschweine!“ gefallen und Fäuste geflogen sein. Für Claude Lanzmann ist die Blockade Ausdruck von Antisemitismus.

Doch den Vorwurf, die unter Linken geradezu fetischistisch umkämpfte Grenze zwischen Antizionismus und Antisemitismus nonchalant übertreten zu haben, wollen die „B5“-Aktivisten deshalb noch lange nicht auf sich sitzen lassen. In einer Erklärung stellen sie klar, dass sie grundsätzlich tolerant seien, „rassistische, sexistische, faschistische, antisemitische oder zionistische Positionen“ aber nicht billigen können.

Im übrigen sei es ihnen gar nicht um den Film gegangen. Die Aktion sei gegen den linken Konkurrenzverein „Kritikmaximierung“ und dessen pro-israelische Haltung gerichtet gewesen. Will sagen: Der Jude Lanzmann ist zu egozentrisch, um zu merken, dass er mit seinem Film zwischen die Fronten eines internen linken Diskurses geraten ist. Selber schuld.

Und nun zurück zum Kampf gegen den Faschismus.



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