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Ausstellung

Zögerlicher Wandel des „Kölner Lochs“

Von Clemens Schminke, 20.11.09, 17:55h, aktualisiert 20.11.09, 19:05h

Eusebius Wirdeier dokumentiert in seiner Ausstellung im Stadtmuseum den Wandel der früheren Kunsthalle zum wuchtigen Kulturzentrum mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum. Zwei Bilder fehlen noch, um das Projekt komplett zu machen.

Eusebius Wirdeier
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Das „Kölner Loch“ als Daumenkino: Seine „fotografische Grubenarbeit“ zeigt Eusebius Wirdeier im Stadtmuseum. (Bild: Schwarz)
Eusebius Wirdeier
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Das „Kölner Loch“ als Daumenkino: Seine „fotografische Grubenarbeit“ zeigt Eusebius Wirdeier im Stadtmuseum. (Bild: Schwarz)
Köln - Die Umstände haben es mit sich gebracht, dass das Projekt nicht abgeschlossen ist, daher sind zwei Rahmen noch leer: „Köln, wie es ist / Lob der Weitsicht - Eine fotografische Grubenarbeit“ heißt die Ausstellung, die am Freitagabend im Kölnischen Stadtmuseum eröffnet worden ist. Rundum an den Wänden eines Raums angeordnet, sind 38 Aufnahmen zu sehen, die Eusebius Wirdeier seit Ende Oktober 2002 in unregelmäßigen Abständen von der Stelle gemacht hat, wo früher die Kunsthalle stand, später das viel belächelte „Kölner Loch“ gähnte und nun das wuchtige Kulturzentrum mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum seiner verspäteten Eröffnung harrt. Im Dezember und Januar will Wirdeier zwei weitere Fotos machen und der Ausstellung hinzufügen.

„Die Kunsthalle gehörte für mich zum kulturellen Mobiliar“, trauert er dem Gebäude nach, das den Kölnischen Kunstverein beherbergte. Doch die Bewegung gegen den Abbruch habe sich damals viel zu spät formiert. Was sich seitdem entwickelte, mit zwischenzeitlichem Stillstand auf der Baustelle, zeigt die dokumentarische Studie, für deren Anfertigung Wirdeier stets denselben Standpunkt für die Großformatkamera gewählt hat: den Balkon des Kunsthauses Lempertz an der Cäcilienstraße. Bilder, die ebenfalls von 2002 bis 2009 in Köln entstanden sind und an den Säulen des Raums hängen, ergänzen die Schau.

Die fotografische Hauptarbeit soll nach Abschluss des Projekts in einem Buch veröffentlicht werden. Schon jetzt ist sie als „Zwischenbilanz“ für elf Euro im Stadtmuseum und ausgewählten Buchhandlungen als Daumenkino erhältlich: der Wandel des „Kölner Lochs“ im Zeitraffer. Auch das Geschehen anderswo in der Stadt schlägt sich darin nieder: Erstmals im Foto von Mai 2009 taucht an der Seitenfassade des benachbarten VHS-Gebäudes das Ikarus-Banner des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums auf, das wegen Einsturzes des Stadtarchivs in den Bau am Josef-Haubrich-Hof umziehen musste.

Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, Mi.-So. 10-17 Uhr, Di. 10-20 Uhr, bis 7. Februar 2010.



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