Von Clemens Schminke, 20.11.09, 17:55h, aktualisiert 20.11.09, 19:05h
„Die Kunsthalle gehörte für mich zum kulturellen Mobiliar“, trauert er dem Gebäude nach, das den Kölnischen Kunstverein beherbergte. Doch die Bewegung gegen den Abbruch habe sich damals viel zu spät formiert. Was sich seitdem entwickelte, mit zwischenzeitlichem Stillstand auf der Baustelle, zeigt die dokumentarische Studie, für deren Anfertigung Wirdeier stets denselben Standpunkt für die Großformatkamera gewählt hat: den Balkon des Kunsthauses Lempertz an der Cäcilienstraße. Bilder, die ebenfalls von 2002 bis 2009 in Köln entstanden sind und an den Säulen des Raums hängen, ergänzen die Schau.
Die fotografische Hauptarbeit soll nach Abschluss des Projekts in einem Buch veröffentlicht werden. Schon jetzt ist sie als „Zwischenbilanz“ für elf Euro im Stadtmuseum und ausgewählten Buchhandlungen als Daumenkino erhältlich: der Wandel des „Kölner Lochs“ im Zeitraffer. Auch das Geschehen anderswo in der Stadt schlägt sich darin nieder: Erstmals im Foto von Mai 2009 taucht an der Seitenfassade des benachbarten VHS-Gebäudes das Ikarus-Banner des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums auf, das wegen Einsturzes des Stadtarchivs in den Bau am Josef-Haubrich-Hof umziehen musste.
Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, Mi.-So. 10-17 Uhr, Di. 10-20 Uhr, bis 7. Februar 2010.
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