Schriftgröße

Popstar Rihanna

Auf dem Weg zur großen Diva

Von Thomas Winkler, 20.11.09, 20:53h

Auf ihrer neuen CD verarbeitet Popstar Rihanna die Prügel-Attacke ihres Ex-Freundes Chris Brown. Die 21-Jährige präsentiert sich erwachsener und sehr gefühlvoll. Gerade wurde sie vom Frauenmagazin Glamour zur Frau des Jahres gewählt.

Rihanna
Bild vergrößern
Miss "Woman of the Year": Popstar Rihanna. (Bild: afp)
Rihanna
Bild verkleinern
Miss "Woman of the Year": Popstar Rihanna. (Bild: afp)
FRANKFURT – Man möchte ja niemandem Berechnung unterstellen. Aber im Zusammenhang mit den neuen Alben von Rihanna und deren Ex-Freund Chris Brown häufen sich sonderbare Zeitgleichheiten und wundersam passgenaue Zitate, die kein Zufall sein können. So erschien am Freitag Rihannas neuestes Werk „Rated R“ nur drei Wochen vor dem neuen Album ihres ehemaligen Lebensgefährten - jenes Mannes, der sie im Februar krankenhausreif geschlagen hat.

Die auf Barbados geborene Rihanna (21) gilt seit ihrem Sommerhit „Umbrella“ (2007) als Nachwuchs-Star in Pop und R & B, und der Wirbel um die Prügelattacke von Chris Brown (20) hielten die beiden monatelang in den Schlagzeilen. Passgenau ist nun Rihannas neues Album „Rated R“ erschienen. Es ist düsterer als die Vorgänger. In „Russian Roulette“, von ihrer Plattenfirma als Vorabsingle für „Rated R“ ausgewählt, singt Rihanna Zeilen, die zwar von Produzent Ne-Yo geschrieben wurden, sich aber auch als Kommentar zu ihren Beziehungsproblemen interpretieren lassen. „I'm terrified, but Im not leaving“, schmachtet die 21-Jährige im Refrain, „know that I must pass this test“ - „Ich habe Angst, aber ich gehe nicht. Ich muss diese Prüfung bestehen.“

Es liest sich wie eine späte Rechtfertigung dafür, dass sie nach dem Übergriff im Februar noch einmal kurz zu Brown zurückkehrt e. Im Videoclip zu diesem Lied sitzt sie im Besuchsraum eines Gefängnisses einem Schauspieler gegenüber, der ihrem Ex ähnlich sieht. Ob die Inszenierung nun anspielt auf das reale Gefängnis, in dem Brown kurz saß, oder auf das innere Gefängnis aus seelischen Narben, von dem Rihanna öffentlich berichtet hatte, bleibt dem Betrachter überlassen. Auf dem Album jedenfalls, so verkündet sie, verarbeite sie ihre Erfahrungen. In „Love Is Stupid“ wird die Misshandlung offen angesprochen: Rihanna beschreibt die typische Reaktion des Opfers häuslicher Gewalt, das die Schuld bei sich selbst sucht, und erst lernen muss, dass der Versuch, den Täter heilen zu wollen, nur „Zeitverschwendung“ ist. Und das hört sich fast genauso an, wie dass, was sie der ganzen Nation in „Good Morning America“, einer der beliebtesten Morgenshows, erklärte. Sie schäme sich dafür, dass sie trotz der Schläge zwischenzeitlich zu Brown zurückgekehrt sei, sagte sie da. Sie habe erst zu spät erkannte, dass sie ein Opfer von häuslicher Gewalt geworden sei - und spreche nun darüber, um andere junge Frauen zu warnen.

Man mag das zynisch finden, aber alles deutet darauf hin, dass Rihanna sich durch die Demütigung nicht hat einschüchtern lassen, sondern dieses Erlebnis als Chance begreift, zu wachsen, sich musikalisch weiterzuentwickeln. Mit „Rated R“ macht sich die junge Frau auf den Weg zur Soul-Diva. Als solche muss sie ihre Traumata öffentlich machen.

So verlangt man es von Sängerinnen seit den Tagen von Billie Holiday: stellvertretend für alle Frauen müssen sie nochmal im Gesang durchleiden, was Männer ihnen angetan haben. Die Liebe als Prüfung, das ist das große Thema von Soul und R & B. Und nun hat auch Rihanna den Ritterschlag empfangen. Und sie hat auch die nötige Ausstrahlung: gerade wurde sie von der Zeitschrift „Glamour“ wegen ihres offenen Umgangs mit der Prügel-Affäre zur Frau des Jahres gewählt - und alle waren sich einig, dass ihre elfenbeinfarbene Robe die eleganteste war.

Auch Chris Brown beherrscht die Kunst des Timings. Schon nach der Bekanntgabe des Veröffentlichungstermins von Rihannas vierter CD waren keine 24 Stunden vergangen, bis Browns Management dessen nächste Tournee ankündigte. Und es wird ihm gerade recht kommen, dass eine Richterin in Los Angeles ihn nun öffentlich lobte, weil er bereits mehr als hundert Stunden gemeinnützige Arbeit verrichtet und an sieben Sitzungen für Täter häuslicher Gewalt teilgenommen hat - und das alles wegen Rihanna.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


RHEINLAND WETTER


Bildergalerien



Aus dem Netz


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook



Mein ksta.de


Stadtmenschen Community



Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Extra


Dienste