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Privatbanken

Werben um Kunden von Sal. Oppenheim

Von Karin Billanitsch, 20.11.09, 20:38h, aktualisiert 01.12.09, 14:46h

Es wird eng für Sal. Oppenheim: Gerade jetzt, wo die Bank mit der Deutschen Bank anbandelt, haben andere Wettbewerber den rheinischen Geldadel ins Visier genommen. Privatbanken wie Fürst Fugger umwerben hartnäckig die Kunden von Sal. Oppenheim.

Fürst Fugger Privatbank
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Neuzuwachs in der Kölner Bankenszene: Der Eingang der Fürst Fugger Privatbank in der Apostelnstraße. (Bild: WE)
Fürst Fugger Privatbank
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Neuzuwachs in der Kölner Bankenszene: Der Eingang der Fürst Fugger Privatbank in der Apostelnstraße. (Bild: WE)
KÖLN – Der Druck auf Sal. Oppenheim nimmt weiter zu. So will etwa die Fürst Fugger Privatbank am Kölner Markt mit vermögenden Privatkunden mitmischen. Die Augsburger Privatbanker nehmen den rheinischen Geldadel ausgerechnet zu einem Zeitpunkt ins Visier, in dem ein Paukenschlag die Bankenwelt der Domstadt erschüttert hat. Denn das führende Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim schickt sich gerade an, unter das Dach der Deutschen Bank schlüpfen.

Schon „seit längerem“ sei dieser Expansionsschritt geplant gewesen, sagt Martin Fritz, einer der persönlich haftenden Gesellschafter der Fugger Privatbank, die rund 3,5 Milliarden Euro verwaltet, was sich neben Sal. Oppenheim (130 Milliarden) eher bescheiden ausnimmt. Die „dramatischen Ereignisse rund um das Bankhaus Sal. Oppenheim“ waren nicht die Ursache für die Gründung der Kölner Niederlassung“, betont Fritz. Die Lage des angeschlagenen Konkurrenten sehe er mit „Bedauern und Sorge.“

Der Name Fugger verweist auf den Kaufmann und Bankier Jakob Fugger („der Reiche“): Er galt zu seinen Lebzeiten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als reichster Europäer. Zu seinen Kunden zählten Königshäuser und der Hochadel sowie die Kirche. Die neuzeitliche Bankgeschichte begann 1957, als die Familie Fugger-Babenhausen ihre Bankgeschäfte wieder aufnahm. Das Geldhaus gehört heute zur Nürnberger Versicherungsgruppe. In Köln residieren die Banker unter demselben Dach wie ihre Kollegen von der Assekuranz.

„Fürst Fugger“ sind nicht die einzigen, die die vermögende Klientel von Sal. Oppenheim umwerben. So richtet auch die Berenberg Bank, die eine Zweigstelle in Düsseldorf hat, ihren Blick nach Köln als „interessantes Wachstumsfeld“. Köln und das Umland sei schon immer ein interessanter Markt gewesen, heißt es. Das Institut hat in den ersten neun Monaten 2009 eine Milliarde Euro neues Vermögen akquiriert. Andere wie etwa Merck Finck sind bereits seit längerem in Köln vertreten und verstärken jetzt ihre Anstrengungen, Neukunden zu gewinnen. Ihr Kalkül dabei ist: Manch einer der Oppenheim-Kunden wird nicht amüsiert darüber sein, künftig zu einem Großbank-Konzern zu gehören. Abwanderungstendenzen sind nach einer Private-Banking-Studie der Unternehmens- und Personalberatung Stephan bereits erkennbar. Danach sind nach Befragung von 1080 Privatbankern bei Sal. Oppenheim Abflüsse zu verzeichnen, die in der Studie vor allem mit Image und Bonität begründet werden. Als Gewinner bei den Zuflüssen werden Berenberg Bank, HSBC Trinkaus Burkhardt und die Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch genannt. Zur Höhe der Abflüsse macht die Studie keine Aussagen. Im Durchschnitt akquiriert ein Private Banker in Deutschland nach der Studie 12,8 Millionen Euro im Jahr und betreut ein Vermögen von etwa 73 Millionen Euro.

Die Fürst Fugger Bank plant, in drei bis vier Jahren mit zehn bis zwölf Mitarbeitern 50 bis 70 Kunden zu betreuen. „Für uns sind gute Mitarbeiter der Engpassfaktor unseres Wachstums“, sagt Martin Fritz. Geeignete Leute seien nicht einfach zu finden.

Die Zahl der konzernunabhängigen Privatbanken sinkt in Deutschland seit langem. Zu ihnen gehören neben Berenberg etwa das Bankhaus Metzler, Hauck & Aufhäuser sowie M.M. Wartburg. Offen ist zur Zeit die Zukunft der Sal. Oppenheim-Tochter BHF. Dem Frankfurter Vermögensverwalter droht ein Eigentümerwechsel oder sogar eine Zerschlagung. Sal. Oppenheim hatte die BHF Ende 2004 für 600 Millionen Euro vom ING-Konzern übernommen.



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