Von Thomas Kröter, 20.11.09, 21:57h
„Wenn zwei Züge aufeinander zurasen“, empfiehlt Wolfgang Bosbach, „ist es gut, wenn beide Lokführer nach der Bremse suchen.“ Der künftige Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag hält die Lage für „verfahren, aber nicht hoffnungslos“, obwohl die Phantasie des CDU-Politikers „nicht ausreicht, mir vorzustellen, dass Westerwelle seinen Kurs um 180 Grad ändert“.
Die CDU befindet sich gerade in derselben Phase wie vor der Bundestagswahl, als der BdV wegen des Widerstandes der SPD auf eine Besetzung des Beirat-Platzes verzichtete. Sie bekundet Solidarität mit Steinbach. Angela Merkel verwies auf das Bekenntnis der Union zu ihr im Wahlprogramm. Und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagt, Steinbach genieße das volle Vertrauen seiner Partei. Was er nicht sagt: Wir bestehen auf ihre Berufung. Sondern: Die Vertagung der Nominierungsentscheidung durch den BdV biete die „Chance, dass die Debatte mit etwas mehr Ruhe und Sachlichkeit geführt wird“.
Zu welchem Ziel? „Wir müssen über den Tag hinaus denken“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine“ ein namentlich nicht genanntes BdV-Präsidiumsmitglied. Damit ist keineswegs bloß gemeint, dass der Verband „nicht ewig eine Politik des leeren Stuhls“ betreiben könne. Vielmehr geht es um die langfristige Sicherung seiner Arbeit. Steinbach soll mit dem Bundesinnenministerium über eine Verstetigung der Förderung verhandeln. Insbesondere möchte der Verband die Finanzierung offenbar unabhängig von Regierungswechseln machen.
920 000 Euro erhält er pro Jahr aus dem Bundesetat. Die rot-grüne Bundesregierung hatte den Betrag fast halbiert. Zu dieser „institutionellen“ Förderung kommen Projektmittel von über einer Million Euro. Die Bundesländer bezuschussen zusätzlich die Arbeit der Landesverbände.
Wie die Lösung genau aussieht, daran feilen die Juristen. Steinbach dürfte sie, um der Zukunft des Verbandes willen, begrüßen - und bedauern, dass Westerwelle ihr den Weg in die Spitze der Stiftung zu verbaut hat, die es ohne sie nicht gäbe.
Hintergrund: Die „falsche Vertriebene“
Vertriebene: Zähes Gezerre um Steinbach
steinbach
21.11.2009 | 21.30 Uhr | kischfwm
Wir brauchen diese Stiftung nicht, und daher auch keine Vorsitzende. Flucht und Vertreibung sind in Krieg und dessen Gründen zu suchen. Wer Kind…
Frau Steinbach
21.11.2009 | 16.22 Uhr | obipeter
Die Frau Steinbach hat doch Ihr Rentenalter längst erreicht.
Warum geht Sie nicht in den -verdienten-Ruhestand.
Geld dürfte dabei keine Rolle…
"die Probleme" lassen sich nicht lösen.
21.11.2009 | 12.50 Uhr | Nichtkölner
Vertreibung und Flucht sind keine "Probleme", die sich irgendwie mit Geld lösen ließen. Geschichte, Kultur und das Schicksal der vertriebenen…
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