Von Claudia Große, 22.11.09, 17:23h
Acht Künstler - Maler, Grafiker, Fotografen, Projektkünstler - präsentieren im Rahmen ihrer Jahresausstellung in der Galerie ihre Arbeiten, in denen sie sich dem Thema auf verschiedenste Weise annäherten.
Warum wird man zum Fetischisten? Warum sind es Schuhe, die jemand zum Fetisch erhebt? Am realen Beispiel und auf parodistische Weise setzte sich die Malerin Gabriele Gabriel mit dem Phänomen Fetischismus auseinander. Es war im vergangenen Sommer, als ein Transvestit aus Bonn Frauen überfiel und ihnen die Schuhe klaute. Die Polizei fasste ihn und fand in seiner Wohnung Damenstiefel en masse. „Was für eine Verdinglichung der Emotion“, meint die Künstlerin.
Mit einer farbreichen Bilderflut, die sowohl kulturelle, religiöse als auch individuelle Aspekte beleuchtet, konfrontiert Joachim Conradus den Betrachter. „Ich liebe es, gemeinsam mit den Modellen, die Grenzen des Möglichen auszuloten“, sagt Torsten Gripp über seine Arbeit als Fotograf. Und tatsächlich sind es Lust, Gelüste, Wünsche, aber auch Ängste, die er mit der Kamera festhält - Abgründe im Inneren des Menschen?
Mit nicht minder eindrucksvollen Schwarzweißfotografien beteiligen sich Michael vonFindt und Markus Nischk an der Ausstellung. Der Betrachter taucht ein in Verführerisches, Gewalttätiges, in die Vielfalt sexueller Geschehnisse, aber auch in Höhen glücklicher Träumereien - um schon bald tief zu fallen? Mit einer kleinen Auswahl an Bildern beteiligen sich außerdem Klaus Kipfmüller und Tatjana Panitschewskaja an der Schau in den städtischen Galerieräumen.
Die Scheunengalerie des Schwingeler Hofes wiederum füllt ein einziger Künstler mit seinem Werk. Ein drei mal drei Meter großer Kubus steht mitten im riesigen Raum. Großformatige Bilder an den Wänden dokumentieren den Bau des Holzgerüsts. Fotografien geben Einblicke in die Bestimmung des Kunstwerks: Der Bornheimer Fredrik Erichsen reiste mit dem Kubus durch Nordrhein Westfalen und fängt mit dem Würfelrohling die unterschiedlichsten Begebenheiten ein. Eine Wiese ist nicht mehr nur eine Wiese dank des Schattenwurfs des Kubus'. Neues wird geschaffen, Unauffälliges plötzlich auffällig, Bestehendes wird in Frage gestellt.
Insgesamt präsentiert sich in der Wesselinger Galerie eine ebenso vielfältige wie eigenwillige und provokante Schau, für die es sich lohnt, ein wenig Zeit mitzubringen.
Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember, Dienstag bis Samstag von 15 bis 18 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu sehen.
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