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Kölner Kirchen

Ein Space Walk mit Gesängen

Von Martin Boldt, 22.11.09, 19:15h

Spirituelle Entdeckungsreise: Die lange Nacht der Kölner Kirchen begeisterte wieder tausende Besucher. 25 Gotteshäuser hatten sich einiges einfallen lassen - das Motto: Space Walk.

Sankt Gereon
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Während der Aktion sorgten in Sankt Gereon Hunderte von Kerzen für eine beeindruckende Illumination des Kircheninnenraumes. (Bild: Worring)
Sankt Gereon
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Während der Aktion sorgten in Sankt Gereon Hunderte von Kerzen für eine beeindruckende Illumination des Kircheninnenraumes. (Bild: Worring)
Einmal abseits der eigenen Gemeinde auf architektonische und spirituelle Entdeckungsreise gehen - diese Gelegenheit nutzen auch an diesem Wochenende wieder Tausende von Menschen zur Langen Nacht der Kölner Kirchen. Insgesamt 25 Gotteshäuser der Innenstadt sowie das Kunstmuseum Kolumba öffneten am späten Freitagabend außerplanmäßig ihre Pforten, um die Sakralbauten entweder in Stille oder mit bedächtiger Musik und in besonderem Licht zu erleben.

Zum ersten Mal mit dabei war das in diesem Jahr neu eröffnete katholische Jugendzentrum „Crux“ an St. Johann Baptist in der Severinstraße. Hier erwartete die Besucher eine wahrhaft kosmische Licht- und Musikinstallation: „Unter dem Motto Space Walk haben wir Luftbildaufnahmen des Luft- und Raumfahrtzentrums von unserer Erde und anderer Planeten mit gregorianischen Gesängen kombiniert, was im Betrachter eine gewisse Ruhe erzeugen soll. Die Idee hierfür stammt von jungen Menschen, die sich hier engagieren“, verriet Tobias Agreiter, Stadtvorsitzender des Bundes deutsche katholische Jugend. Auch in Sankt Gereon bot sich den Nachtschwärmern eine beeindruckende Szenerie: Hunderte von Kerzen illuminierten hier den Kircheninnenraum.

Die Mönche des Dominikanerklosters „Heilig Kreuz“ hatten für ihre erste Teilnahme gleich kleines Programm zusammengestellt. Sie boten ihren Gästen die Gelegenheit, sich bei Kerzenschein und Weihrauch in die Welt der Mystiker Meister Eckhardt und Johannes Tauler entführen lassen. Dass die verlesenen Zitate dabei definitiv „neugierig auf mehr gemacht haben“, erzählte Gisela Hughes. Besonders ergreifend fand die Touristin aus Bad Kissingen aber auch die meditativen Taizé-Gesänge des Jugend-Chors, die für sie zum Höhepunkt des Abends gehörten.

Eine etwas andere Musik, in Form von Videoclips, gab es zeitgleich in der Herz Jesu Kirche, wo an diesem Abend eine Spielstätte des Festivals „Soundtrack Cologne 6.0“ lag. „Wir wollten damit auch einmal ein jüngeres Publikum ansprechen“, erklärte Benedict Bettina Hecht vom Kulturforum der Gemeinde.

Einen wahren Ruhepol zum Ausgleich fand man dafür in Kölns zweitgrößter Kirche Groß St. Martin, wo die Brüder und Schwestern der monastischen Gemeinschaften von Jerusalem in ein tiefes Gebet versunken waren. Einige der Anwesenden nutzten die Gelegenheit, ihre Bitten auf kleinen Zetteln zu hinterlassen, wieder andere, wie Franz Westerkamp, genossen hingegen einfach nur die Stille, die von den hohen Mauern ausging. Der Münsteraner hatte sich schon vorher eine Route zurechtgelegt, um möglichst viel, „aber ohne Hektik zu genießen“.



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