Von Clemens Schminke, 23.11.09, 17:36h, aktualisiert 23.11.09, 23:33h
Nach den Plädoyers hatte sein Anwalt Markus Loskamp den Wunsch der abwesenden Eltern vorgetragen, bei der Urteilsverkündung dabei zu sein. Doch die Kammer wollte zum Ende kommen; etwa eine Dreiviertelstunde reichten ihr zur Beratung. Zuvor hatte Jörg J. in seinem letzten Wort gesagt, in den zurückliegenden zehn bis zwölf Jahren habe er versucht, „die Dinge zu erzwingen“. Spätestens seit der Tat wisse er: „Das funktioniert nicht.“ Und er ergänzte: „Es tut mir Leid.“
Bagatell-Streit um Fliesen
Der Gelegenheitshandwerker war mit einem Immobilienbesitzer wegen angeblich unsachgemäß ausgeführter Fliesenlegearbeiten in dessen Eigentumswohnung am Hansaring in Streit geraten. Jörg J. konnte es nicht verwinden, dass die entsprechende Rechnung vom Sommer 2008 unbezahlt blieb. Das Geld stehe ihm zu, meinte er, dem ein forensischer Psychiater eine „narzisstische Akzentuierung der Persönlichkeit“ und „hohe Kränkbarkeit“ bescheinigt hat. Dazu kam die Verschlechterung seine finanziellen Lage; zum Schluss drückten ihn bis zu 25 000 Euro Schulden.
Einen alten Plan wieder aufgreifend, verschaffte er sich Ende Februar dieses Jahres Zugang zur Dachterrasse der Wohnung. Als der 35-jährige Lebensgefährte des Eigentümers die Abstellkammer öffnete, wo sich Jörg J. maskiert versteckt gehalten hatte, stürzte der auf den Bewohner los und schlug ihn mit einer mitgebrachten Armbrust nieder. Im Bad zwang er den Mann, sich hinzuhocken, und zielte mit der Waffe auf ihn. Alles Betteln und Flehen half nichts: Jörg J. drückte ab, der Pfeil drang in die linke Brust ein und verletzte die Lunge. Hakan K. stellte sich tot, riss sich später den Pfeil heraus, flüchtete ins Schlafzimmer, verschanzte sich und rief aus dem Fenster um Hilfe. Vergebens versuchte Jörg J., wieder an ihn heranzukommen, und trat eine Tür ein. Als er schließlich die Wohnung verließ, nahm er zwei Handys mit. Nach einem kurzen Aufenthalt in Belgien stellte er sich in Aachen der Polizei.
„Er weiß, was er dem Mann angetan hat“, sagte Verteidiger Loskamp. Er folgte dem Wunsch seines Mandanten, „keine großen Worte zu machen“. Der Anwalt der Nebenklage hob noch einmal hervor, wie stark Hakan K., der um ein Haar gestorben wäre, an den psychischen Folgen der Tat leide. Er sei unfähig, die Tür der Wohnung zu öffnen, die inzwischen mit lauter Sicherheitsvorkehrungen ausgerüstet sei.
Wie Heymann sprach Eßer mit Blick auf Täter und Tat von einem „außergewöhnlichen Fall“: „Es ist sehr selten, dass man so etwas zu beurteilen hat“.
Armbrust-Prozess: Waffe mit ungeheurer Durchschlagkraft
Armbrust-Prozess: Die Todesangst bleibt
@minister
25.11.2009 | 08.53 Uhr | akc
Darf ich Ihrer Äußerung entnehmen, dass Sie Jurist sind?! Sicher kein guter! Nehmen Sie es mir nicht übel, aber Ihre Begründung ist, naja, sagen wir…
Minister
24.11.2009 | 17.10 Uhr | toleranz
wer sagt dass der gnädige Herr seine nächste Ehefrau nicht auch umbringt? Was haben Sie denn für ne eigenartige Logik?
Der Unterschied zwischen…
Zweiklassenjustiz??
24.11.2009 | 16.37 Uhr | calahan
Suat G. (41) wurde zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hat am 25. März seine Ex-Freundin Nicole B. (41) mit 36 Messerstichen in ihrem Auto…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt