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Pop-Star Shakira

Hüftschwung als soziale Bewegung

Von Christiane Vielhaber, 25.11.09, 21:11h, aktualisiert 25.11.09, 21:51h

Bei der Bambi-Verleihung in Potsdam wird Latino-Queen Shakira geehrt. In Deutschland wird die Kolumbianerin vor allem für ihre Ohrwurm-Musik und den beeindruckenden Hüftschwung bewundert. Dabei hat sie noch andere Qualitäten.

Shakira
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Shakira bekommt einen Bambi. (Bild: dpa)
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Shakira bekommt einen Bambi. (Bild: dpa)
KÖLN – Man könnte sie für eine Heilige halten, wäre da nicht dieser Hüftschwung. Für diesen Hüftschwung ist die Kolumbianierin Shakira berühmt. So berühmt, dass sich sogar ihr Landsmann und Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez dazu äußerte: „Niemand kann singen und tanzen wie sie, in jedem Alter, mit solcher unschuldigen Sinnlichkeit, die ihre eigene Erfindung zu sein scheint.“

Doch das ist nicht alles. Shakira wird auch als „Mama Social“ aller Latinos verehrt. Die 32-Jährige ist Unicef-Kinderbotschafterin, sie hat schon vor Jahren ihre eigene Hilfsorganisation für Straßenkinder in ihrer Heimat gegründet, lässt Schulen bauen. 2007 spendete sie 40 Millionen Dollar, um nach Naturkatastrophen in Peru und Nicaragua Aufbauhilfe zu leisten. In ihrer Heimatstadt wurde eine fünf Meter hohe Statue für sie errichtet - wie für einen Staatschef.

Für die Latinos in Amerika - oft illegale oder zumindest benachteiligte Einwanderer aus lateinamerikanischen Länder - ist sie neben Jennifer Lopez, die puerto-ricanische Wurzeln hat, eine der wichtigsten Vorbilder: Eine von uns hat den Aufstieg geschafft. Für die Deutschen sind diese Hintergründe eher fremd. Doch Shakira hat es fertig gebracht, international kompatibel zu sein: Am heutigen Donnerstag bekommt sie eine der deutschesten Preise überhaupt - den Bambi, in der Kategorie Pop.

Shakira wurde 1977 als Shakira Isabel Mebarak Ripoll in Barranquilla geboren. Ihr Vater - gebürtiger New Yorker libanesischer Herkunft - arbeitete als Juwelier und schrieb nebenbei Bücher. Ein bescheidener Wohlstand, der einmal von einer Pleite unterbrochen wurde, als Shakira sieben Jahre alt war.

Die Legende geht so, dass ihr der Vater damals das ärmste Viertel der Stadt zeigte, wo die Straßenkinder Klebstoff schnüffelten. In jenem Moment, so sagt Shakira, habe sie beschlossen, den Kindern später einmal zu helfen. Mit 14 Jahren wird sie von einem Sony-Manager entdeckt, dem sie Madonna-Lieder vorsingt. Sie nimmt ihre Alben zunächst auf Spanisch auf, wird in Lateinamerika zum Star. Im Jahr 2001 kam mit dem ersten englischsprachigen Album der Durchbruch in Amerika und auch international.

Mittlerweile lebt Shakira auf den Bahamas - um vor den Paparazzi Ruhe zu haben, sagt sie. Mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Antonio de la Rúa - er ist der Sohn des ehemaligen argentinischen Staatschefs - möchte sie bald Kinder haben. Aber erst kommt noch eine Tournee.

Shakira ist ständig unterwegs, hier Treffen mit Präsidenten oder ihren Gattinnen, dort ein Empfang. „Die bekommen ein schönes Foto, ich bekomme eine Zusage für etwas, das mir am Herzen liegt. Hauptsache, wir bewegen uns in die gleiche Richtung“, sagte sie dem Stern.

Kritiker beklagten, dass Shakira mit ihrem neuen Album „She Wolf“ ihr Besonderheit verloren habe und alles zu kalkuliert und durchgeplant klinge - und sie obendrein nun auch die Haare stromlinienförmig blond gefärbt habe. Shakira würde darauf vielleicht mit einem ihrer größten Hits antworten: „Hips don't lie“ - solche Hüften können nicht lügen.

ARD, 20.15 bis 22.45 Uhr



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