Erstellt 26.11.09, 17:57h
ARNO HÜNNINGHAUS: Der Kontakt kam tatsächlich sehr kurzfristig zustande, aber der Kerpener Vorstand hat sich sehr intensiv um mich bemüht. Daher sind wir uns dann auch relativ schnell einig geworden.
Was hat Sie denn am SV Blau-Weiß Kerpen gereizt?
Grundsätzlich die Gesamtsituation. Der Verein betreibt seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit. Darauf lässt zukünftig natürlich aufbauen.
Welchen Einfluss auf Ihre Entscheidung hatte der Kerpener Förderkreis-Vorsitzender Horst Kutsch?
Wir kennen uns schon lange und er hat immer gesagt, dass wir irgendwann einmal zusammen arbeiten. Jetzt ist es soweit, und ich habe ein gutes Gefühl.
Trauern Sie eigentlich noch heute Ihrem Engagement beim Mittelrheinligisten SC Brühl nach?
Überhaupt nicht. Ich hatte dort eine letztendlich erfolgreiche Zeit und blicke auch nicht im Zorn zurück. Warum auch, denn schließlich bin ich im Oktober freiwillig zurückgetreten.
Sie verbindet mit Uwe Hoßdorf, der nun den SC trainiert, ein freundschaftliches Verhältnis. Was konnten Sie ihrem Trainerkollegen mit auf den Weg geben?
Ich drücke ihm die Daumen, dass er den SC wieder nach oben führt. Er arbeitet bei einem gut aufgestellten Verein, der die Möglichkeit hat, sich langfristig in der Mittelrheinliga zu etablieren.
Sie hatten jetzt zwei Wochen Zeit, die Mannschaft kennenzulernen. Wie sind Ihre Eindrücke?
Ich bin von den ersten Eindrücken durchaus angetan. Die Mannschaft verfügt über sehr viele junge Spieler, wirkte auf mich in sich aber sehr geschlossen und präsentierte sich in einem guten körperlichen Zustand.
Worauf haben Sie im Training besonderes Augenmerk gelegt?
Da, wie gesagt, im konditionellen Bereich die Basis stimmt, waren wir in der Lage, verstärkt im taktischen Bereich zu arbeiten.
Und zu welcher Erkenntnis sind Sie gekommen?
Ich werde ein 4-4-2-System spielen lassen. Wir wollen möglichst schnell dahin kommen, ein laufintensives Spiel gegen den Ball zu praktizieren.
Um somit noch sicherer in der Defensive zu stehen?
Richtig. Wir wollen zukünftig kompakt stehen und möglichst wenig zulassen. Darum werden wir auch im defensiven Mittelfeld mit zwei Sechsern auflaufen, die für die nötige Ordnung sorgen sollen.
Haben Sie das Personal für diese Positionen schon gefunden?
Sebastian Golz, der unter Uwe Hoßdorf bereits diese Position bekleidete und Jan Winkler, zuletzt eher auf der Außenbahn eingesetzt, könnten diesen Part übernehmen. Eventuell ziehe ich aber auch jemanden aus der Innenverteidigung nach vorne.
Fehlen wird voraussichtlich Mittelfeldspieler Harald Wildenburg, der im Training unglücklich umknickte. Wie gedenken Sie diese Lücke zu schließen?
Sein Einsatz erscheint in der Tat eher unwahrscheinlich. Seine Position könnte der junge Onur Gültekin einnehmen, der seine Rotsperre abgesessen hat und somit am Sonntag wieder zur Verfügung steht.
Bei Ihrem Einstand müssen Sie nun beim heimstarken TSV Hertha Walheim antreten. Was erwarten Sie dort von Ihrer Mannschaft?
Ich bin auf jeden Fall davon überzeugt, dass meine Spieler die richtige Einstellung an den Tag legen und entsprechend läuferisch und kämpferisch Akzente setzen werden. Wir wollen mindestens einen Punkt mitnehmen.
Das Gespräch führte Stefan Kühlborn
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