Von Reiner Züll, 26.11.09, 17:41h
Dort stellte er das Projekt „Erlebnis Römerstraße“ vor, das mit Hilfe des NRW-Strukturprogramms „Regionale 2010“ in den nächsten Jahren mit einem Zuschussaufwand von drei Millionen Euro zwischen Köln und Trier umgesetzt wird. Die Römerstraße zwischen den beiden Großstädten soll rekonstruiert und wieder sichtbar gemacht werden.
Insgesamt 19 Kommunen entlang der historischen Straße sollen an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt werden, berichtete Professor Horn, der als Fachberater der Regionale 2010 aktiv ist. Außer Kall und Frechen hätten alle Betroffenen die Kooperationsvereinbarung bereits unterzeichnet. Auch der Kaller Ausschuss signalisierte die Bereitschaft, dem Konsortium beizutreten. In der nächsten Ratssitzung soll der Beitritt offiziell besiegelt werden. Einstimmig beschloss der Ausschuss am Dienstag, im nächsten Haushalt einen Betrag von 15 000 Euro für das Römerstraßen-Projekt bereitzustellen.
Start im Frühjahr
Zu allen Projekten bekommen die einzelnen Kommunen eine Förderung von 80 Prozent aus dem Strukturprogramm, berichtete Dr. Horn. „Eine solch hohe Bezuschussung wird es nie mehr geben“, ermunterte der Historiker die Ausschussmitglieder, dem Konsortium beizutreten. Im Frühjahr könne mit der Realisierung des Projektes begonnen werden.
Rekonstruiert wird die „Agrippa-Straße“, eine von drei großen Römerstraßen in Deutschland, die in der hiesigen Region von Köln durch die Kommunen Erftstadt, Zülpich, Mechernich, Kall, Nettersheim, Blankenheim und Dahlem in Richtung Trier führte. Teilweise sei die Trasse, so Professor Günter Horn, noch sichtbar: Die Agrippa-Straße sei ein bedeutendes Bodendenkmal, das nun interkommunal als Zeugnis überregionaler Geschichte aufgearbeitet werden solle. Dies sei im Januar 2007 von den Bürgermeistern mehrerer Kommunen in einer „Erftstädter Erklärung“ festgeschrieben worden. Inzwischen hätten 19 Kommunen ihren Beitritt zum Konsortium erklärt.
Die Gemeinde Kall werde im Raum Dottel und Keldenich von der Römerstraße tangiert. Dort soll sie als Trasse wieder sichtbar und „erlebbar“ gemacht werden. Auf kulturelle Highlights links und rechts der Agrippa-Straße soll hingewiesen werden. In Dottel, so Professor Horn, sei es sinnvoll, einen etwa sieben Meter hohen Aussichtsturm - wie an mehreren Stellen der gesamten Trasse vorgesehen - zu errichten. Von einem solchen Turm könne man den Straßenverlauf gut aus der Vogelperspektive verfolgen.
Entlang der Agrippa-Straße werde ein durchgehender Radweg geschaffen, berichtete Horn. In Kall werde die Anlegung von rund 3,7 Kilometer Radweg für den Lückenschluss erforderlich. Wo der Verlauf der alten Römerstraße nicht deutlich zu erkennen ist, soll die Trasse durch die Anpflanzung von Schwarzkiefern dokumentiert werden. Auch werde es Hinweisschilder mit der Bezeichnung „VIA“ geben, oder Markierungen von bestehenden Bäumen entlang der Trasse.
Eigenmittel
Die ersten eingeplanten 15 000 Euro Eigenmittel der Gemeinde Kall sollen deshalb auch zunächst für die einheitliche Beschilderung der Trasse sowie für Informationstafeln verwendet werden, berichtete Professor Günter Horn. Grünen-Sprecher Ekkehard Fiebrich befürchtete, dass die Gemeinde zusätzliches Personal für die Unterhaltung der Agrippa-Straße brauchen werde. Allein für den Eifelsteig, so Fiebrich, leiste sich die Gemeinde nach Auskunft des Kämmerers eine ganze Stelle.
Das bezweifelte Bürgermeister Herbert Radermacher: Fest stehe aber, dass der Eifelsteig und die Eifelblick-Aussichtspunkte inzwischen Attraktionen in der Gemeinde seien, auf die man nicht mehr verzichten wolle. Eine solche Erfolgsgeschichte werde auch das Projekt „Erlebnisraum Römerstraße“ werden, prophezeite Professor Günter Horn.
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