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Kommentar zur Randale

Barbaren aus Überzeugung

Von Frank Nägele, 29.11.09, 21:43h

An diesem Spieltag gerieten zahlreiche Fans mit der Polizei aneinander. Schon auf dem Weg zum Stadion wurde randaliert. Die Gewalt ist wieder in der Bundesliga. Für den DFB wird es Zeit, auch außerhalb der Stadien auf die Fans zu achten.

Fans machen Krawall
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Fans machen Krawall. Szene aus Köln - Mönchengladbach von 14. März 2009. (Bild: dpa)
Fans machen Krawall
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Fans machen Krawall. Szene aus Köln - Mönchengladbach von 14. März 2009. (Bild: dpa)
Es sollte nicht zum Reflex werden, in regelmäßigen Abständen auf die Tage nach dem großen Trauerfall des deutschen Fußballs zu verweisen. Aber es ist weniger als drei Wochen her, dass Robert Enke mit seinem Tod die deutsche Fußball-Gemeinde geschockt hat. Danach wollte keiner zur Tagesordnung übergehen. Funktionäre, Manager, Trainer und Spieler machten sich Gedanken über die dunklen Seiten des Fußballs und wie es gelingen kann, nicht einfach weiter zu machen wie zuvor. Die Antwort ist jetzt da: gar nicht. Die große Familie des Fußballs benimmt sich daneben wie eh.

Am Wochenende zeigten die Fans, ja Fans, denn als solche bezeichnen sie sich und finden Einlass in die Stadien, dass sie nicht gewillt sind, der globalen Wett-Mafia und meuternden Profis auf ihren Ego-Trips die Schlagzeilen zu überlassen. Der Fußball ist für viele Leute ein wunderbarer Anlass, um nach einer Woche in der Ödnis des Alltags die dünne Schicht von Kultur abzustreifen, die zwischen Zivilisation und Barbarei liegt. Durch das Eintauchen in eine große Masse ist es ziemlich gefahrlos möglich, Sachschaden anzurichten, Menschen zu verletzen, Unbeteiligte zu gefährden, sich allgemein wie die Sau zu benehmen. Nebenbei beschert die immense Beachtung in gewissen Kreisen sogar Heldenstatus. Denn viele, die sich so etwas nicht trauen, schauen belustigt zu und brüsten sich eine Woche lang, dass „unsere Jungs den Bullen und gegnerischen Fans eins auf die Fresse gegeben haben“ und schauen die durch Handykameras gefilmten Highlights der Gewalt gerne auf den gängigen Videoplattformen an.

Der Deutsche Fußball-Bund hat zu alldem eine klare Linie. Ihn interessiert nur, was in den Stadien geschieht. Nur dafür verhängt er die Strafen, die allen wehtun bis hin zu Fan-Ausschluss und Punktabzug. Den Rest muss die Polizei erledigen. Das ist einfach. Zu einfach. So wird das Problem immer größer, bis es irgendwann größer ist als der Fußball selbst.



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