Schriftgröße

Kommentar zum „Ruhr- 2010“-Projekt

Große Ambition, harte Realität

Von Frank Olbert, 01.12.09, 20:18h

Wieder ist ein „Ruhr- 2010“-Projekt bedroht, und wieder ist die Finanzkrise das entscheidende Argument. Kosten, welche die Stadt in der gegenwärtigen Haushaltslage für überzogen hält, sind offenbar nicht zu stemmen.

Wieder ist es die Finanzkrise, der ein weiteres Projekt im Kulturhauptstadtjahr „Ruhr 2010“ zum Opfer zu fallen droht - so zumindest die Begründung der politisch Verantwortlichen. Nachdem bereits das Essener Vorhaben „Zweite Stadt - Zollverein unter Tage“ an zu hohen Kosten scheitert, scheint nun die Bochumer Aktion „Platz des europäischen Versprechens“ vor dem Aus. Der Künstler Jochen Gerz wollte die Namen von Menschen in Pflastersteine eingravieren, die Europa etwas versprechen. Sein Plan scheint ein wenig auch daran zu scheitern, dass er finanzielle Forderungen an die Stadt stellt, welche diese in der gegenwärtigen Haushaltslage für überzogen hält.

Dass die Finanzkrise der „Ruhr 2010“ ins Kontor schlägt, darüber kann kein Zweifel bestehen - darüber, dass sie es umso ärger tut, weil die Organisatoren die Erwartungen immer höher schraubten, je weiter sie die Grenzen ihres Projekts von Essen weg- und schließlich ums gesamte Ruhrgebiet herum schoben, ebenfalls nicht. „Ruhr 2010“, das ist auch die Geschichte einer großen Ambition, die sich nun an der Wirklichkeit messen muss und der nach holprigem Anlauf ein guter Start zu wünschen ist.

Einstweilen sind die Verantwortlichen froh für jede Unterstützung - selbst wenn sie nur sehr mittelbar mit dem Kulturstadtjahr zusammen hängt. Die nordrhein-westfälische Politik hat sich erfolgreich um die Verleihung des Europäischen Filmpreises in der Bochumer Jahrhunderthalle beworben, ein Coup! Danny Boyle wird in NRW Filmstudenten unterrichten, es kommt Glanz ins Land. Was aber die Unternehmung „Ruhr 2010“ aus eigener Kraft und Initiative und mit weniger europäischer Starpower in Sachen Film unternimmt? Wir werden es sehen.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Hintergrund


Der satirische Wochenrückblick


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Bildergalerien


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Die andere Meinung


Dienste