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Nur fünf kostenfreie Klicks

Von Steffen Haubner, 02.12.09, 20:54h, aktualisiert 04.12.09, 11:13h

Die Zeiten, in denen man von jeder Suchmaschine und von jeder Plattform aus auf die gleichen Nachrichtenquellen zugreifen kann, neigen sich dem Ende. Wertige Online-Angebote sollen schon bald nur noch gegen Gebühr verfügbar sein.

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Verlage und Suchmaschinen wie Yahoo, Google oder Bing suchen nach Wegen, Online-Inhalte kostenpflichtig zu machen. (Bild: dpa)
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Verlage und Suchmaschinen wie Yahoo, Google oder Bing suchen nach Wegen, Online-Inhalte kostenpflichtig zu machen. (Bild: dpa)
„Murdoch sagt Google den Kampf an“, so lauten Schlagzeilen, wenn sich der mächtigste Verleger der Welt mit dem größten Suchmaschinen-Anbieter anlegt. Murdoch hatte angekündigt, die unautorisierte Online-Nutzung von Produkten seines Medienkonzerns News Corp künftig zu unterbinden. „Die Leute, die einfach alles einsammeln, stehlen unsere Storys“, polterte er neulich in einem Interview, in dem er ausdrücklich auch Ask.com und Microsoft nannte.

Es kostet viel Geld, wertige Inhalte zu produzieren. Um sie rentabel zu machen, so Murdochs Strategie, müsse vom Käufer im Grunde nicht viel Geld verlangt werden. Ihm geht es um die Online-Angebote von „Sun“ oder „Times“, die in Kürze, wie bereits das digitale „Wall Street Journal“, nur noch gegen Gebühr verfügbar sein sollen. Auch Google & Co. sollen dann nur noch auf kostenlose Artikelbestandteile wie Schlagzeilen oder Zusammenfassungen zugreifen dürfen. Die Beiträge selbst dürften weder nach Schlagworten durchsucht noch ganz oder in Auszügen online gestellt werden.Mittlerweile haben weitere US-Blätter angekündigt, sich den Suchmaschinen zumindest teilweise verweigern zu wollen.

Doch Murdoch geht weiter: Die „Financial Times“ berichtet unter Berufung auf Insider von Sondierungsgesprächen zwischen ihm und Microsoft über eine mögliche Kooperation. News Corp könnte seine Nachrichten demnach künftig nur noch exklusiv über die Seiten des Softwarekonzerns bereitstellen. Wie das genau aussehen soll, ist unklar. Denkbar wäre, dass Microsoft für diese Exklusivität bezahlt. Wären etwa Artikel des „Wall Street Journal“ und anderer großen Blätter nur noch über die vor einem halben Jahr gestartete Suchmaschine „Bing“ zu finden, hätte Microsoft im Kampf gegen Google einiges an Boden gut gemacht. Für zahlungswillige Leser könnten die Nutzungsgebühren dann entsprechend günstiger ausfallen. Eine ähnliche Symbiose strebt derzeit der Axel-Springer-Verlag an. Dort will man Smartphone-Besitzer künftig für bestimmte Newsangebote bezahlen lassen. Als Partner setzt man dabei auf den Apple-Konzern, dessen iPhone als mobiles Kiosk dienen soll. Die Zeiten, in denen man von jeder Suchmaschine und von jeder Plattform aus auf die gleichen Nachrichtenquellen zugreifen konnte, wären damit vorbei. Die Nutzer müssten sich künftig wieder mehr Gedanken darüber machen, wie und von wem sie ihre Informationen beziehen. Dass Google von der massiven Kritik nicht ganz unbeeindruckt ist, zeigte sich, als der Internet-Gigant Anfang Dezember mit einem Kompromissvorschlag auf die US-Zeitungsverleger zuging. So soll es auf der Nachrichtenseite „Google News“ ab sofort die Möglichkeit geben, den kostenlosen Zugang auf bestimmte Inhalte zu beschränken. Im offiziellen Google-Blog (http: / /googlenewsblog.blogspot.com) gab „Google News“-Chef Josh Cohen entsprechende Änderungen innerhalb des „First Click Free“-Programms bekannt.

Die Verlage haben demnach die Möglichkeit, die Zugriffe auf ihre Artikel über „Google News“ und „Google Web Search“ auf bis zu fünf pro Nutzer und Tag zu limitieren. Zeitungen, die ihr Angebot nur im Abo anbieten wollen, könnten bei Google News auch entsprechende Vorschauseiten suchen lassen. So würde zu bestimmten Nachrichten nur eine Seite mit Überschrift und dem erste Absatz gelistet werden. Google würde diese Seiten in Google News als abopflichtig kennzeichnen. Google hofft, „dass dies mehr Herausgeber dazu ermuntert, ihre Inhalte mehr Nutzern in aller Welt zugänglich zu machen“.



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