Erstellt 03.11.09, 14:48h, aktualisiert 09.11.09, 12:06h
Seiner Erinnerung nach hätten beide Männer die Hände an dem Messer gehabt. Auf Schreie und Befehle, aufzuhören, habe es keine Reaktion gegeben. "Dann fiel ein Schuss." Die Kugel traf den Ehemann des Opfers in den Oberschenkel - er hatte seine Frau vor den Messerstichen des Angeklagten beschützen wollen. Gegen den Polizisten, der geschossen hatte, wird ermittelt. Er werde deshalb nicht im Prozess aussagen, habe aber eine dienstliche Erklärung abgegeben, sagte ein Gerichtssprecher.
Die Bundespolizisten in Zivil waren am 1. Juli in einem anderen Prozess als Zeugen geladen. Einer von ihnen hatte entsprechend den Vorschriften seine Dienstwaffe dabei. Lärm und Hilfeschreie auf dem Flur habe die drei Wartenden aufgeschreckt, sagte ein 28 Jahre alter Beamter. Er sei dann in den benachbarten Saal gelaufen, habe dort "jede Menge Blut" an Wänden, Menschen sowie auf dem Boden gesehen und sofort seinen Kollegen mit der Dienstwaffe alarmiert, der gerade ausgesagt habe.
Messerstecher bat um Erschießung
Die Beamten hätten keine Informationen darüber gehabt, was überhaupt vorgefallen sei. "Eigentlich haben wir erst nach dem Schuss mitbekommen, wer der Täter war", sagte ein weiterer Polizist aus. Während er den Angeschossenen am Boden sicherte, habe ein "erstarrter Mann in Robe" zu ihm gesagt: "Das ist ein Opfer, der ist der Täter." Dieser habe sich bei der Festnahme dann gewehrt. "Als er am Boden lag, hat er mir gesagt, dass ich ihn erschießen sollte, da er nicht ins Gefängnis wollte."
Laut Anklage hat der Russlanddeutsche Alex W. die Zeugin Marwa El-Sherbini in einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung aus Fremdenhass brutal erstochen. Die 31 Jahre alte schwangere Frau starb vor den Augen ihres kleinen Sohnes im Gerichtssaal, ihr Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Alex W. muss sich seit dem 26. Oktober wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor der Schwurgerichtskammer verantworten. Der 28-Jährige schweigt bisher.
Seine in Dresden lebende Mutter lehnte eine Aussage vor Gericht unter Verweis auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht erneut ab. Nach einem Interview mit der "Bild am Sonntag" waren Mutter und Schwester des mutmaßlichen Täters noch einmal vom Gericht angeschrieben worden. Von der Schwester gibt es laut Richterin Birgit Wiegand noch keine Antwort. (dpa)
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Angeklagter wollte erschossen werden
09.11.2009 | 16.06 Uhr | iqua
Wieso kann man in einem deutschen Gerichtssaal in dieser Maskerade auftreten. Wie war das nochmal mit "Vermummungsverbot"
Auch an die ermordeten Deutschen in Ägypten denken
08.11.2009 | 12.29 Uhr | ogdan
Der Rechtsstaat nimmt in Deutschland seinen Lauf. Ich hoffe - und das hoffe ich in fast allen Fällen, in denen zu wenig an die Opfer der Gewalt…
Er will nicht ins Gefängnis.
04.11.2009 | 10.34 Uhr | fourcatmafia
Vielleicht will er lieber nach Russland.Und nehmt ihm endlich mal die Sonnenbrille und das Kapuzenshirt weg.Das Gericht scheint ein Haufen von…
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