Erstellt 03.11.09, 15:03h
Industrie
"Die neuen Bundesländer sind keine Industriebrache mehr", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Das verarbeitende Gewerbe als Vorreiter des Aufholprozesses trägt dort inzwischen 20 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung bei - in den West-Ländern sind es 25 Prozent. Da die aktuelle Wirtschaftskrise nicht so stark auf die Ost-Industrie durchschlage, könnte sich die Annäherung an den Westen fortsetzen.
Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosigkeit ist im Osten nach wie vor deutlich höher als im Westen. Die Krise dürfte den Ost-Arbeitsmarkt aber weniger treffen als im stärker exportorientierten Westen, erwartet das IW. Entlastung für den Osten bringe, dass zusehends geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand treten. So zeichne sich bald "eher ein Fachkräftemangel als ein Arbeitsplatzmangel" ab, sagte Hüther.
Weitere Angleichung
Setzt sich das Aufholtempo fort, "haben die nicht mehr ganz so jungen Länder mit Auslaufen des Solidarpakts 2019 immerhin die wirtschaftsschwächeren Westländer wie Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz eingeholt", erwartet der IW-Direktor. Eine 100-Prozent-Angleichung des gesamten Osten sei nicht realistisch. Die erwartete Verbesserung auf 80 Prozent des Westniveaus ergebe dann aber eine normale Schwankungsbreite, wie sie auch zwischen starken und schwächeren West-Ländern bestehe. Der Solidaritätszuschlag sei dann nicht mehr erforderlich. (dpa)
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