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Kölner Institut

Ost-Wirtschaft holt kräftiger auf

Erstellt 03.11.09, 15:03h

Die Realität ist eine andere als ökonomische Lehrsätze: Bis 2020 könnten die neuen Länder auf 80 Prozent der wirtschaftlichen Kraft des Westniveaus kommen. Damit hatten Experten nicht gerechnet und sind überrascht.

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Der Osten holt wirtschaftlich auf. (Bild: dpa)
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Der Osten holt wirtschaftlich auf. (Bild: dpa)
BERLIN -Die ostdeutsche Wirtschaft hat aus Expertensicht kräftiger aufgeholt als nach ökonomischen Lehrsätzen zu erwarten war. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner sei 20 Jahre nach dem Mauerfall auf gut 70 Prozent des Westniveaus gestiegen, teilte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Dienstag in Berlin mit. Damit wäre eigentlich erst für 2028 zu rechnen gewesen. Der Ost-West-Abstand sei aber jährlich um 4,4 Prozent geschmolzen, während in der Wirtschaftswissenschaft eine Durchschnittsrate von zwei Prozent als üblich gilt. Bis 2020 könnten die neuen Länder auf 80 Prozent des Westniveaus kommen. Eine weitere spezielle Milliardenförderung für den Osten, die das größere Tempo ermöglicht hat, sei dann unnötig.

Industrie

"Die neuen Bundesländer sind keine Industriebrache mehr", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Das verarbeitende Gewerbe als Vorreiter des Aufholprozesses trägt dort inzwischen 20 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung bei - in den West-Ländern sind es 25 Prozent. Da die aktuelle Wirtschaftskrise nicht so stark auf die Ost-Industrie durchschlage, könnte sich die Annäherung an den Westen fortsetzen.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit ist im Osten nach wie vor deutlich höher als im Westen. Die Krise dürfte den Ost-Arbeitsmarkt aber weniger treffen als im stärker exportorientierten Westen, erwartet das IW. Entlastung für den Osten bringe, dass zusehends geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand treten. So zeichne sich bald "eher ein Fachkräftemangel als ein Arbeitsplatzmangel" ab, sagte Hüther.

Weitere Angleichung

Setzt sich das Aufholtempo fort, "haben die nicht mehr ganz so jungen Länder mit Auslaufen des Solidarpakts 2019 immerhin die wirtschaftsschwächeren Westländer wie Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz eingeholt", erwartet der IW-Direktor. Eine 100-Prozent-Angleichung des gesamten Osten sei nicht realistisch. Die erwartete Verbesserung auf 80 Prozent des Westniveaus ergebe dann aber eine normale Schwankungsbreite, wie sie auch zwischen starken und schwächeren West-Ländern bestehe. Der Solidaritätszuschlag sei dann nicht mehr erforderlich. (dpa)



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