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Rocker-Krieg

Polizei hebt riesiges Waffenlager aus

Erstellt 03.11.09, 18:15h, aktualisiert 15.12.09, 12:58h

Ermittlungserfolg im Rocker-Krieg: In Flensburg hat die Polizei ein gewaltiges Waffenlager der „Hells Angels“ ausgehoben, darunter Pumpguns, Revolver und Schrotflinten. Auch im Ruhrgebiet waren die Beamten erfolgreich.

Hells Angels
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Im Visier der Ermittler: Die "Hells Angels". (Bild: ddp)
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Im Visier der Ermittler: Die "Hells Angels". (Bild: ddp)
DUISBURG/FLENSBURG - Mit massiven Kontrollen ist die Polizei im Ruhrgebiet und in Schleswig-Holstein gegen die verfeindeten Rockergruppen "Bandidos" und "Hells Angels" vorgegangen. In Flensburg hoben Ermittler ein gewaltiges Waffenlager aus, das sie den "Hells Angels" zurechnen. "Man hätte, ich sag' das jetzt mal so, jederzeit in den Krieg ziehen können", sagte ein leitender Ermittler am Dienstag. Bei der Durchsuchung einer Flensburger Auto-Werkstatt wurden Maschinenpistolen, Pumpguns, Schrotflinten, Revolver, Munition und sprengstoffähnliche Substanzen entdeckt.

Im Ruhrgebiet wurden in der Nacht zum Dienstag auch bei "Bandidos"-Rockern zahlreiche Waffen beschlagnahmt und in Duisburg ein 31-Jähriger aus dem Umfeld der Rockergruppe festgenommen. Er sei nach einer Schlägerei mit einem "Hells Angels"-Rocker mit Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung gesucht worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Münster am Dienstag.

Bei den Kontrollen, etwa im Duisburger Rotlichtmilieu, wurden Baseballschläger, Schlagstöcke, Reizstoff-Sprühgeräte und ein Beil sichergestellt. "Wir werden uns nicht von wild gewordenen Bandidos oder Hells Angels auf der Nase herumtanzen lassen und alle rechtlichen Maßnahmen des Polizei- und Strafrechts ausschöpfen", sagte der Polizeiführer des Gesamteinsatzes, der Leitende Polizeidirektor Hans Volkmann. Die Polizei in Münster betonte, neben den sichtbaren Kontrollen seien auch zahlreiche verdeckte Maßnahmen gegen die Rocker angelaufen.

Der Inhaber der Werkstatt in Flensburg wurde vorübergehend festgenommen, er ist allerdings bereits wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn wird wegen des Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt, unter das unter anderem Maschinenpistolen fallen. Zu seinen Werkstatt-Kunden zählen Mitglieder der Hells Angels, er selbst gehört dem Club nicht an. Zu den Vorwürfen schweigt er.

Am vergangenen Wochenende war die Gewalt zwischen den verfeindeten Rockergruppen im Ruhrgebiet eskaliert. Nachdem "Bandidos" versucht hatten, in Duisburg ein von den "Hells Angels" kontrolliertes Bordell zu stürmen, hatten die "Angels" ein wenige hundert Meter entferntes Vereinslokal der "Bandidos" zertrümmert. Einige Stunden später hatten Unbekannte ein "Hells Angels"-Zentrum in Solingen mit Pistolen beschossen und eine Handgranate ohne Sprengstoff durch ein Fenster geworfen. Kurz darauf wurde ein "Bandidos"-Lokal in Essen unter Beschuss genommen. (dpa)



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