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Bayern-Krise

Die unglücklichen Bayern

Von Jörg Hanau, 04.11.09, 12:32h, aktualisiert 04.11.09, 18:53h

Der FC Bayern München steckt tief in der Krise. Im Ligabetrieb auf Platz sechs, in der Champions League vor dem Aus: der Rekordmeister bleibt völlig unter den Erwartungen. Louis van Gaals Mannschaft ist an einem vorläufigen Tiefpunkt angelangt.

Louis van Gaal
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Bayern-Trainer Louis van Gaal kann die Augen vor der derzeitigen Krise nicht verschließen. (Bild: dpa)
Louis van Gaal
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Bayern-Trainer Louis van Gaal kann die Augen vor der derzeitigen Krise nicht verschließen. (Bild: dpa)
MÜNCHEN - Es sind diese Plattheiten, die verblüffen. Und das kann nicht allein mit Louis van Gaals ungenügenden deutschen Sprachkenntnissen zu tun haben und nicht mit der Ohnmacht des Trainers nach der 0:2-Pleite gegen Girondins Bordeaux. Als der Niederländer nach dem Abpfiff in der Kabine vor seine Bayern-Spieler trat, blieb das Donnerwetter an diesem regnerischen Abend aus. „Das Leben geht weiter - das habe ich auch der Mannschaft gesagt“, berichtete van Gaal. Natürlich geht es weiter. Nur für die Bayern in der Saison 2009 / 2010 aller Voraussicht nach nicht mehr in der Champions League. Die Chance, die Gruppenphase zu überstehen, ist nur noch eine theoretische.

„Es ist schwer, noch daran zu glauben“, gestand Philipp Lahm nach der so nicht erwarteten Schlappe. Aus eigener Kraft können es die Münchner jedenfalls nicht mehr schaffen. „Wir sind auf fremde Hilfe angewiesen.“ Namentlich auf die der Franzosen, die zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase bereits fürs Achtelfinale qualifiziert sind und nun am 25. November in Bordeaux nicht gegen Juventus Turin verlieren dürfen, will der Bundesligist die Chance aufs Weiterkommen wahren. Wenn die Münchner dann ihrerseits gegen Maccabi Haifa gewännen, käme es am 8. Dezember in Turin zum finalen Spiel um den Einzug in die K.o.-Phase. Ein Hauch von Hoffnung, den auch van Gaal bemühte: „Diese Möglichkeit müssen wir immer in unserem Hinterkopf haben.“ Aber dort ist vorerst nichts als Enttäuschung. Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge schlich ebenso wortlos von dannen wie Manager Uli Hoeneß.

Vermutlich, um kein diplomatisches Unheil anzurichten. Beider Mimik ließ jedenfalls Schlimmstes erahnen. Zu groß waren die Pein und die Ernüchterung nach diesen 90 Minuten. „Es ist schwer, sich immer wieder hinzustellen und zu sagen, dass wir die bessere Mannschaft waren, dass wir die klareren Torchancen hatten und einen klaren Elfmeter hätten kriegen müssen“, sagte Lahm und gestand: „Insgesamt war das aber zu wenig.“ Vor allem in der ersten Halbzeit war es zum Wegschauen. War der Druck zu groß? Oder lag es schlicht an den begrenzten spielerischen Möglichkeiten dieser Mannschaft?

„Wir sind momentan nicht in der Lage, den französischen Meister vorzuspielen“, sagte der Niederländer. Natürlich fehlte Franck Ribéry. Natürlich reichte die Kraft von Arjen Robben nur für die zweite Halbzeit. Es ist aber ein Eingeständnis spielerischer Unzulänglichkeiten.

Der französische Meister zählt zweifellos nicht zu den ganz großen Adressen in Europa. Diesen Anspruch erheben allerdings die Bayern. Natürlich kam auch noch Pech dazu. Oder wie es van Gaal sagte: „Wir waren heute unglücklich.“ Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätten die Bayern nach 32 Minuten Gerechtigkeit erfahren, als Ciani einen Schuss von Miroslav Klose im Fallen mit der Hand berührte. Absicht oder nicht - Fakt bleibt: Der FC Bayern war unglücklich. Und, wie es sein Trainer sagte: „Wir waren auch nicht gut genug.“ Und am Samstag kommt der FC Schalke 04 mit Felix Magath.



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