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Einwohnerzahl sinkt

Wieder unter 82 Millionen Deutsche

Erstellt 04.11.09, 12:56h, aktualisiert 04.11.09, 13:01h

Der Bevölkerungsrückgang beschleunigt sich: Zum 31. März 2009 zählte Deutschland 81,9 Millionen Einwohner, 260.000 weniger als im Vorjahr. Nach wie vor schrumpft der Osten besonders schnell - doch auch Süddeutschland ist erstmals seit 1990 im Minus.

Bevölkerungszahl sinkt
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Auch wenn es hier auf dem Fest zur Deutschen Einheit in Berlin nicht so scheint: Die Deutschen werden weniger. (Bild: dpa)
Bevölkerungszahl sinkt
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Auch wenn es hier auf dem Fest zur Deutschen Einheit in Berlin nicht so scheint: Die Deutschen werden weniger. (Bild: dpa)
WIESBADEN - Erstmals seit Mitte der 1990er Jahre leben in Deutschland wieder weniger als 82 Millionen Einwohner. Zum Stichtag 31. März 2009 bestand die Bevölkerung aus 81,9 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch berichtete. Zum Jahresbeginn waren es noch 82 Millionen gewesen. Die Hauptgründe sind weniger Geburten und Zuwanderer sowie bereinigte Melderegister.

Todesfall-Überschuss, weniger Zuwanderung und Karteibereinigung

Im Vergleich mit dem Vorjahr schrumpfte die Zahl der Einwohner um 260.000 - das entspricht der Einwohnerstärke Aachens. Damit fiel der jüngste Rückgang nach Auskunft der Statistiker besonders stark aus. Von März 2007 auf März 2008 war die Bevölkerung mit 124.000 Menschen nur etwa halb so stark geschrumpft. Auffällig sei, dass erstmals seit der Wiedervereinigung auch die Einwohnerzahlen in Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein rückläufig sind.

Als Erklärung für den Trend nennen die Statistiker drei Gründe: Zum einen sterben in Deutschland seit Jahren mehr Menschen, als es Geburten gibt. Zum anderen ist die Zahl der Zuwanderer rückläufig, während die Zahl der Auswanderer steigt. Grund drei hänge mit der Erfassung selber zusammen: Mit der neuen bundesweiten Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger hätten sich Melderegister bereinigt, indem beispielsweise Doppelnennungen beseitigt wurden. Die Statistiker sind aber nicht in der Lage zu beurteilen, welchen Anteil die Bereinigungen am Rückgang der Einwohnerzahlen haben.

Kurz nach der Wiedervereinigung Ende 1990 lebten in Deutschland 79,8 Millionen Menschen. In Folge der Öffnung Osteuropas und des Balkankrieges sorgte Zuwanderung für Bevölkerungswachstum. Bereits 1996 gab es 82 Millionen Einwohner, der historische Höchststand war 2002 mit 82,5 Millionen erreicht.

Osten besonders betroffen - Rückgang aber auch in Süddeutschland

Seit sieben Jahren schrumpft die Bevölkerung. Neuerdings verzeichnen auch Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein Rückgänge - erstmals seit der Wende. Deutschlandweit ein Wachstum verzeichneten nur noch die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Besonders betroffen von den sinkenden Zahlen ist der Osten: In Sachsen-Anhalt schrumpfte die Einwohnerzahl um 1,3 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 1 Prozent, in Thüringen um 0,9 Prozent, in Sachsen um 0,7 Prozent und in Brandenburg um 0,6 Prozent. Diese Werte liegen deutlich über dem bundesweiten Rückgang von 0,3 Prozent.

Die Bevölkerungszahl in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr um rund 73.000 Einwohner gesunken. Dies entspricht etwa der Einwohnerzahl von Troisdorf. Mit 0,4 Prozent liegt der Bevölkerungsrückgang in NRW damit leicht über dem Bundesdurchschnitt von 0,3 Prozent. (dpa, lnw, ksta)



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