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In Bonn

Der Impfstoff wird knapp

Erstellt 06.11.09, 08:06h, aktualisiert 06.11.09, 13:47h

Der Impfstoff reicht nicht. In Bonn wollen sich so viele Menschen gegen die Schweinegrippe impfen lassen, dass nun der Impfstoff knapp wird. 6000 Impfdosen sind verfügbar, 12.000 Menschen wollen sich aber impfen lassen.

Impfphase gegen Schweinegrippe
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Niedergelassene Ärzte und Kinderärzte in Köln rüsten sich für die zweite Impfphase gegen Schweinegrippe. (Symbolbild: dpa)
Impfphase gegen Schweinegrippe
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Niedergelassene Ärzte und Kinderärzte in Köln rüsten sich für die zweite Impfphase gegen Schweinegrippe. (Symbolbild: dpa)
Bonn - 12.000 Menschen haben sich im Gesundheitsamt Bonn für den Schweinegrippe-Impfstoff vormerken lassen. Nur für die Hälfte der Menschen steht in der kommenden Woche Impfstoff bereit. Nach Aussagen der Stadt Bonn ist die Nachfrage nach der Impfung gegen die Schweinegrippe mehr als doppelt so hoch wie die zugeteilten Impfdosen. Die Stadt Bonn hat deshalb darauf verzichtet, eine zentrale Anlaufstelle des Gesundheitsamtes einzurichten. Es gebe genügend Impfstellen, aber zu wenig Impfstoff.

Informationen zur Impfung gegen die Neue Grippe gibt es beim Gesundheitsamt der Stadt Bonn unter der Hotline 77 53 50. Dort kann man bis 20 Uhr abfragen, welche Praxen impfen.

In ganz Nordrhein-Westfalen wird die Impfung derzeit stark nachgefragt. Nachdem in der vergangenen Woche noch eine deutliche Zurückhaltung festzustellen gewesen war, kommen jetzt immer mehr Bürger, um sich in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. Dies ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp.

Eineinhalb Stunden warten

So mussten etwa Patienten in der zentralen Impfstelle in Düsseldorf in den vergangenen Tagen Wartezeiten von bis zu eineinhalb Stunden in Kauf nehmen, sagt Stadtsprecher Michael Bergmann. Nun wolle man eine "zweite Impfstraße" einrichten, um die Bürger schneller behandeln zu können. Laut Bergmann kamen in den ersten drei Tagen dieser Woche mehr als 3300 Leute - in der gesamten ersten Woche der Massenimpfung, die am 26. Oktober begonnen hatte, waren es lediglich rund 2000 gewesen.

Als "Wahnsinn" bezeichnet der Leiter des Essener Gesundheitsamtes, Rainer Kundt, die Nachfrage durch die Bürger. "Die Telefone hier stehen kaum still. Alle Leute wollen wissen, wo sie sich impfen lassen können - und zwar sofort", sagt er. Offenbar sei nach dem Tod einer 48 Jahre alten Frau in Bonn vielen Leuten klar geworden, dass eine Infektion mit der Grippe des Typs A/H1N1 auch dann tödlich verlaufen kann, wenn keine der bekannten Vorerkrankungen vorliegt. Zudem wird damit gerechnet, dass aufgrund der kalten Jahreszeit die Zahl der Neu-Erkrankungen deutlich ansteigt.

"Rund 10.000 Impfdosen haben wir an die Ärzte ausgeliefert. Für die kommende Woche haben wir 12.000 weitere bestellt", erklärt Kundt. Zudem sollten in den kommenden Tagen verstärkt medizinisches Fachpersonal oder Feuerwehrleute geimpft werden.

14.150 Impfdosen für Dortmund

Einen deutlich angezogenen Andrang bei den Impfstellen verzeichnet auch das Dortmunder Gesundheitsamt. "Wir stellen fest, dass die Impfbereitschaft ansteigt", betont die Leiterin des Amtes, Annette Düsterhaus. Über 3300 Menschen hätten sich schon immunisieren lassen. Für die kommenden Tage seien 14.150 weitere Impfdosen bestellt worden.

Auch in Münster haben die Ärzte eine "rege Nachfrage" nach Impfungen gegen die Schweinegrippe festgestellt. "Die Impfskepsis hat sich überall gelegt", sagt Stadtsprecher Joachim Schiek. 8000 Impfdosen wurden bislang an die Ärzte verteilt, aufgrund der starken Resonanz wurden 5000 weitere geordert.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat ebenfalls die Beobachtung gemacht, dass die Zahl der Impfungen nach schleppendem Beginn nun anzieht. "Das kommt für uns aber nicht überraschend", betont Sprecher Arno Heißmeyer. Man habe damit gerechnet, dass das Angebot erst mit Verzögerung wahrgenommen wird. Zudem sollten nach den Planungen zunächst vor allem medizinisches Fachpersonal, Rettungskräfte, Schwangere und chronisch Kranke geimpft werden. "Das Gros der Bürger wird an den Impfstellen erst ab Ende November erwartet", erklärt Heißmeyer.

Wie hoch die Zahl der Impfungen landesweit liegt, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Laut dem Ministerium sind in Nordrhein-Westfalen bisher mehr als 7400 an Schweinegrippe erkrankte Personen gemeldet - in der vergangenen Woche lag der Anstieg der Neu-Erkrankten bei 595. (ksta mit dpa)



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