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Iran

Russland schließt Sanktionen nicht aus

Erstellt 07.11.09, 15:23h, aktualisiert 07.11.09, 15:54h

Der russische Präsident Dmitri Medwedew schließt Sanktionen im Atom-Konflikt mit Iran nicht mehr aus. Teheran hatte sich zuvor gegen einen Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde gestellt, der Iran solle sein Uran zu Forschungszwecken ins Ausland liefern.

Russlands Präsident Medwedew
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Russlands Präsident Dmitri Medwedew. (Bild: dpa)
Russlands Präsident Medwedew
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Russlands Präsident Dmitri Medwedew. (Bild: dpa)
TEHERAN - Im Ringen um einen Ausweg aus dem Atomstreit mit dem Iran hat sich Teheran gegen den Schlichtungsvorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gestellt. Nach den Worten mehrerer Abgeordneter will der Iran nicht wie von der IAEA vorgeschlagen sein leicht angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung zu Forschungszwecken ins Ausland liefern. Russland schloss Sanktionen nicht aus, sollte sich Teheran im Atomstreit nicht bewegen.

"Wir wollen unser bereits angereichertes Uran nicht abgeben", sagte der Vorsitzende des einflussreichen Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit, Alaeddin Borudscherdi, am Samstag der Nachrichtenagentur Isna. Diese Option stehe außer Frage, egal ob die Lieferung schrittweise oder mit einem Mal erfolgen solle.

IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei hatte im Oktober einen Kompromiss vorgelegt, wonach der Iran bis zum Jahresende 1200 von seinen 1500 Kilogramm leicht angereicherten Urans zur weiteren Anreicherung nach Russland und Frankreich liefern soll. Anschließend soll das Uran wieder nach Teheran zurückgeliefert werden, wo es für einen Forschungsreaktor benötigt wird. Mit dem Vorschlag soll verhindert werden, dass der Iran das Uran selbst anreichert. Die USA, Russland und Frankreich stimmten bereits zu. Eine offizielle Antwort der Regierung in Teheran steht jedoch noch aus.

Der Iran hatte bei dem Vorschlag vor allem Bedenken geäußert, ob die Rücklieferungen tatsächlich erfolgen. Der iranische Abgeordnete Hossein Naghawi Hosseini sagte Isna, der Iran habe der Grundidee des Vorschlags nie ablehnend gegenüber gestanden. "Doch während der Verhandlungen haben sie uns nicht das nötige Vertrauen entgegengebracht und daher ist unsere Antwort negativ", sagte Hosseini. Gemäß dem Atomwaffensperrvertrag stehe es Teheran zu, das angereicherte Uran stattdessen direkt zu kaufen.

Bereits am Freitag hatte sich auch Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad dafür ausgesprochen, das angereicherte Uran von einem anderen Land zu kaufen. Die IAEA habe signalisiert, dass es Länder gebe, die bereit seien, dem Iran den benötigten Brennstoff zu verkaufen. "Wir diskutieren mit ihnen darüber", sagte Ahmadinedschad im türkischen Fernsehen. Der Iran hat drei Möglichkeiten, an das Material zu kommen: Er kann das Uran selbst um die benötigten 20 Prozent anreichern, es direkt im Ausland kaufen oder dem IAEA-Vorschlag folgen und um 3,5 Prozent angereichertes Uran zur weiteren Verarbeitung ins Ausland schicken.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew schloss unterdessen Sanktionen gegen Teheran nicht mehr aus, sollte sich der Iran im Atomstreit nicht bewegen. "Ich will nicht, dass alles mit Sanktionen endet", sagte er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Aber wenn es nicht vorangeht, ist auch ein solches Szenario nicht auszuschließen."

Medwedew gestand dem Iran zu, die Atomenergie friedlich zu nutzen, forderte jedoch dabei die Einhaltung der IAEA-Regeln. Das Land dürfe "nicht versuchen, irgendwelche Objekte zu verstecken", sagte er in Anspielung auf die erst seit kurzem bekannte Anlage zur Urananreicherung nahe der Stadt Ghom.

(AFP)



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