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Afghanistan

130 Taliban getötet

Erstellt 09.11.09, 16:08h, aktualisiert 09.11.09, 16:16h

Nato-Truppen haben in fünf Tage dauernden Kämpfen mindestens 130 Taliban-Kämpfer getötet. Angeblich waren keine Zivilisten unter den Toten. Die Bundeswehr war nach eigenen Angaben nicht beteiligt.

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Kämpfe in der Nähe von Kundus (Bild: dpa)
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Kämpfe in der Nähe von Kundus (Bild: dpa)
KUNDUS/BERLIN - Die Nato und die afghanische Armee haben bei einem mehrtägigen massiven Einsatz gegen die Taliban im deutschen Befehlsbereich am Hindukusch nach eigenen Angaben mehr als 130 Aufständische getötet. Die Islamisten seien aus mehreren Dörfern im Norden Afghanistans vertrieben worden, sagte Nato-Sprecher Todd Vician am Montag in Kundus. An den fünftägigen Kämpfen seien 700 afghanische und 50 Nato-Soldaten beteiligt wesen. Es seien auch Luftangriffe gegen die Extremisten geflogen worden. Die Bundeswehr war nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin nicht an den Kämpfen beteiligt, die von US-Kräften und der afghanischen Armee geführt worden seien.

Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar, gab die Zahl der getöteten Taliban bei den Kämpfen im Distrikt Chahar Darreh und Umgebung mit 133 an. Nach Angaben des Nato-Sprechers waren darunter auch acht Kommandeure der Extremisten. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete diese Zahlen als Propaganda und sagte, nur fünf Kämpfer aus den Reihen der Islamisten seien gestorben. Von Toten unter der Zivilbevölkerung ist nach Nato-Angaben nichts bekannt. Auch eigene Soldaten seien bei der Offensive nicht gestorben.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, Kräfte der Isaf und damit der Bundeswehr seien nicht an dem Vorgehen beteiligt gewesen. Dies sei auch nicht vorgesehen gewesen. Die Isaf sei aber im Vorfeld über den Einsatz informiert worden.

"Spiegel online" hatte Gouverneur Omar mit den Worten zitiert, beim "ersten richtigen Schlag gegen die Taliban" in der Region seien rund um die Uhr unzählige Bomben abgeworfen worden. Der Einsatz sei nur möglich gewesen, "weil uns die USA endlich beim Kampf gegen die Taliban geholfen haben". Angeführt wurde der Einsatz laut "Spiegel online" von US-Eliteeinheiten, die im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes "Operation Enduring Freedom" agieren.

Kundus hat sich in den vergangenen Monaten zum mit Abstand gefährlichsten Einsatzort der Bundeswehr entwickelt. Ihr war es dort zuletzt nicht gelungen zu verhindern, dass die Taliban immer mehr Dörfer in der Region unter ihre Kontrolle brachten. Im Distrikt Chahar Darreh forderte die Bundeswehr auch den umstrittenen Luftangriff gegen zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen an, bei dem Anfang September einer afghanischen Untersuchung zufolge neben 69 Extremisten auch 30 Zivilisten ums Leben kamen. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte am Freitag erklärt, auch er gehe davon aus, dass bei dem Angriff Zivilisten getötet worden seien. (rtr)



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