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Bayern-Krise

Lahm entschuldigt sich bei Hoeneß

Erstellt 09.11.09, 16:29h, aktualisiert 12.11.09, 17:33h

Nationalspieler Philipp Lahm und die Vereinsführung des FC Bayern München haben wieder Frieden geschlossen. In einem „sehr offenen, ausführlichen und konstruktiven Gespräch” hat der 25-Jährige Verteidiger sich entschuldigt.

Philipp Lahm
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Philipp Lahm hat sich für die Art und Weise seiner Aussagen entschuldigt. (Bild: dpa)
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Philipp Lahm hat sich für die Art und Weise seiner Aussagen entschuldigt. (Bild: dpa)
MÜNCHEN - Auf dem Rasenplatz an der Säbener Straße liegen ein paar einsame Trainingshütchen herum, die wenigen Zaungäste sind schnell wieder weg, und auch die paar Reporter kommen zunächst nicht auf ihre Kosten. Montagmittag beim FC Bayern München, die Mannschaft hat trainingsfrei. Philipp Lahm taucht auf und marschiert schnurstracks ins Büro von Uli Hoeneß. Der Manager hat den "Rebell" zum Rapport bestellt. Der Haussegen hängt schief, beim Fußball-Rekordmeister herrscht Gesprächsbedarf - mit einem öffentlichen Rundumschlag gegen die Bayern-Bosse und Mitspieler hat Lahm beim FC Bayern für helle Aufregung gesorgt.

Wenige Stunden später herrscht wieder Frieden beim FC Bayern. "Unstimmigkeiten beigelegt", heißt es in der Pressemitteilung des Clubs. "In einem sehr offenen, ausführlichen und konstruktiven Gespräch hat sich Nationalspieler Lahm für die Art und Weise seiner Aussagen und den eingeschlagenen Weg entschuldigt", hieß es nach dem Treffen mit der Bayern-Führung, "Philipp hat eingesehen, dass es besser gewesen wäre, mit seiner Meinung direkt den Weg zum Vorstand zu suchen".

In dem Gespräch mit Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, Geschäftsführer Karl Hopfner, Sportdirektor Christian Nerlinger und Hoeneß sei Lahm aufgefordert worden, künftig seine Meinung im direkten Dialog mit den Verantwortlichen zu besprechen. Die vom Vorstand ausgesprochene Geldstrafe habe Lahm akzeptiert. Für beide Seiten sei die Angelegenheit vom Wochenende damit erledigt.

Hoeneß wird an den Schlagzeilen wenig Freude gehabt haben, mit denen die Münchner Tageszeitungen am Montag den Aufstand des Nationalspielers betitelten. "Fliegt jetzt alles auseinander?", fragte die Boulevardzeitung "tz". Die "Abendzeitung" schrieb von einem "Bayern-Beben", der "Münchner Merkur" meinte, die Welt des FC Bayern sei "aus den Angeln".

Ehemalige Bayern-Profis meldeten sich auch zu Wort. "Es ist wichtig, dass es Spieler gibt, die Verantwortung übernehmen. Es gehört zur Entwicklung eines Spielers dazu, dass er mal aneckt und Tacheles redet", sagte Oliver Kahn via Video auf "Bild.de". Man merke, dass bei den Spielern und den Verantwortlichen Unzufriedenheit herrscht: "Da kocht es!" Ex-Kapitän Stefan Effenberg kritisierte, dass Lahm den Weg über die Öffentlichkeit gesucht habe und prophezeite dem Verteidiger bei "stern.de" eine schwere Zeit: "Das wird brutal für Lahm. Seine Leistung wird nach jedem Spiel geradezu seziert werden".

Bei Umfragen diverser Internetportale gab es fast nur Zustimmung für Lahms Fundamentalkritik und Ohrfeigen für den Bayern-Vorstand. Bei einer Umfrage des Radiosenders "Bayern 3" bedankte sich ein Fußballfan sogar bei Lahm: "Er muss eigentlich eine Belohnung dafür kriegen, dass er das gesagt hat." Lahm war am Sonntag zu einer Geldstrafe von angeblich 50 000 Euro verdonnert worden.

Franz Beckenbauer reagiert gelassen auf die heftigen Turbulenzen beim deutschen Fußball-Rekordmeister. "Große Sorgen mache ich mir nicht. Dazu ist das Fundament viel zu stark", sagte der Bayern-Präsident in der "tz" und im "Merkur" (Montag). Mit Lahm ging der "Kaiser" allerdings ins Gericht. "Der Philipp muss sich an die eigene Nase fassen. Er spielt selber gerade nicht dieses Niveau, das ihn lange ausgezeichnet hat", sagte Beckenbauer.

Beckenbauer leidet unter den momentanen Turbulenzen und hofft, dass sich der Herbststurm bis zur Jahreshauptversammlung am 27. November gelegt hat: "Das wird der FC Bayern mit dem alten Hasen van Gaal schon in den Griff bekommen." Effenberg hat da seine Zweifel. "Ich bin sehr gespannt, ob der Mann dazu in der Lage ist, das Ruder rumzureißen", meint der frühere Nationalspieler, "der gesamte FC Bayern muss sich jetzt zusammenreißen. Da ist mehr denn je Trainer Louis van Gaal gefordert". (dpa)



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