kalaydo logo
stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Schriftgröße

Sessionsauftakt

Der Bauer ist schon geimpft

Von Anja Katzmarzik, 10.11.09, 11:27h, aktualisiert 12.11.09, 12:19h

Der Karneval ist eröffnet: Bis zu 70.000 Jecken haben sich in der Kölner Altstadt warm geschunkelt. Viele Feiernde kamen wegen der Schweinegrippe mit Mundschutz und Bütz-Anweisungen. Das Dreigestirn wirkte etwas schüchtern.

Karneval
Bild vergrößern
Bützen nur mit Mundschutz. (Bild: dpa)
Karneval
Bild verkleinern
Bützen nur mit Mundschutz. (Bild: dpa)
Innenstadt - Fall sie krank werden sollten, dann zu zweit. Bevor 70 000 in der Altstadt den Karnevalsbeginn feierten, läuteten Valeska Pritz-Gottschall und Peter Gottschall aus Rath bereits um 9.11 Uhr im Rathaus ihre persönliche Session ein: die ihrer Ehezeit. Sie heirateten verkleidet als Hänneschen und Bärbelchen, weil er aus Mainz kommt und sie aus Köln und beide der Meinung sind, dass mit dieser Kombination „kein anderer Tag für uns in Frage kam“. Und auf den Hochzeitskuss verzichteten die 31-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Ehemann natürlich auch trotz Schweinegrippe-Gefahr nicht. „Wenn“, so sagt sie, „dann haben wir beide uns schon längst gegenseitig angesteckt.“

Angst ist hingegen bei Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach zu spüren. Er küsst zu Beginn der „In Kölle jebützt“-Session vorsichtshalber lieber per Luftkuss und gesteht, „dass er total verunsichert ist“.

Auch beim designierten Dreigestirn ist das Thema auf der Tagesordnung. Bauer in spe, Hubert Hornung, ist schon geimpft und Wolfgang Martin Fritsch als Jungfrau in Lauerstellung will den Schutz auch, muss aber erst „ihre“ normale Erkältung auskurieren. Nur der künftige Prinz Markus Zehnpfennig nimmt es arg locker mit dem Kölner Allerheils-Spruch: „Et hät noch immer jot jejange.“ Er schütze sich mit Vitaminen und hat, so sagt er, noch nie so viel Obst gegessen wie in den vergangenen Monaten. Wenn das mal reicht.

Auf dem Heumarkt sangen die Jecken gegen die Viren an. Wenn auch ohne Erry Stoklosa während des Bläck Fööss-Auftritts. Der Gitarrist und Sänger ist ebenfalls erkrankt - und bis nicht ausgeschlossen ist, dass es sich auch bei ihm um den H1N1-Erreger handelt, „tritt er sicherheitshalber nicht mit auf“, wie Bandkollege Ralph Gusovius erklärte. Und Udo Müller vom „Hänneschen-Theater“ verpasste seinem Tünnes einen Mundschutz.

Schließlich wurde auch außerhalb der Hochzeits-Zone noch geküsst - in Worten und Gesten. Neu-Oberbürgermeister Jürgen Roters bekam Sonderapplaus für seinen ersten kölschen Satz („Leev Fastelovendsfründe“), der aber trotz seiner Kürze immer noch holprig klang. Und der designierte Prinz Markus Zehnpfennig für seine sympathische Reaktion („Dä! Der erste Versprecher!“) auf seinen ersten Fauxpas: Er verwechselte den Heumarkt mit dem Gürzenich. Vielleicht doch lieber impfen?



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Karneval Termine

März
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    18

Bildergalerien Karneval 2009/2010


Extra


Umfrage

Kunst oder Geschmacklosigkeit
Politiker sind Sesselfurzer oder Arschlöcher - so heißt es in einem Lied Kölner Künstler, mit dem sie gegen den Abriss des Schauspielhauses protestieren. Ist das Freiheit der Kunst - oder einfach nur geschmacklos?

Extra


Extra


Extra


Aktion


Virtueller Rundgang


Extra


Jecken-Lexikon

A   B   C   D   E   F   G   H   J   K   L   M   N  

O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z  



Links


Extra