Von Timo Schillinger, 18.11.09, 11:06h, aktualisiert 01.03.11, 10:17h
Potenziell könnte jeder Nutzer Opfer sein. Rund 25 Millionen Kreditkarten sind in Deutschland im Umlauf. Immer mehr Verbraucher zahlen mit dem Plastikgeld oder nutzen alternativ die EC-Karte ihrer Bank oder Sparkasse. Auch die Zahl der betroffenen Banken wächst - während Bankkunden dem Problem hilflos gegenüber stehen. Wie können sich Verbraucher schützen? Die wichtigsten Fragen:
Muss ich mir Sorgen machen?
Betroffen sind Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken und hier die Nutzer von Visa und Mastercard. Im Oktober hat bereits die KarstadtQuelle Bank Karten zurückgerufen. Auch die Deutschlandtochter von Barclays, Lufthansa (Miles-and-More), die Deutsche Bank und Commerzbank tauschen ihre Karten aus.
Die Banken weisen derzeit alle Bankkunden an, ihren Zahlungsverkehr auf fehlerhafte Buchungen hin zu überprüfen. Sind auf dem Kontoauszug auffällige Posten ausgewiesen, sollten Kunden dies unmittelbar ihrem Geldinstitut mitteilen.
Sind von dem neuen möglichen Datenklau nur Kunden betroffen, die in Spanien unterwegs waren?
Das ist noch nicht völlig klar. Bekannt ist bislang nur, dass ein spanischer Finanzdienstleister ausgespäht wurde, der im Auftrag von Banken oder Handelsunternehmen Kreditkartentransaktionen abwickelt. Beim Einkauf in Deutschland eingesetzte Kreditkarten könnten auch betroffen sein, wenn ein Handelspartner seinen Zahlungsverkehr über den spanischen Dienstleister erledigt hätte.
Wer haftet bei einem Missbrauch?
Wenn es sich um einen Missbrauch infolge des Datenlecks handelt, ist der Verbraucher vor dem missbrächlichen Einsatz der Kredit- und Geldkarte geschützt. In diesem Fall muss die Bank das Geld zurücküberweisen. Auch Verzugs- und Überziehungszinsen fallen dann weg. Voraussetzung ist, dass die Karte so schnell wie möglich gesperrt wird. Das gilt übrigens auch beim Verlust oder Diebstahl der Karte. Selbst wenn ein Dieb mit der Karte auf Großeinkauf geht, muss die Bank den Verlust ausgleichen. Wer die Karte nicht sofort sperren lässt, obwohl ihm der Verlust aufgefallen ist, könnte am Schaden beteiligt werden.
Für den Schaden auf seinem Konto muss auch aufkommen, wer sich grob fahrlässig verhalten hat - zum Beispiel, indem er seine Geheimzahl auf der EC- oder Kreditkarte notiert oder sie am gleichen Ort wie die Karte deponiert hatte. Auch wer die Karte im Mantel an der Garderobe lässt, handelt grob fahrlässig.
Was mache ich bei einem Verlust oder Diebstahl der Karte?
Sobald der Diebstahl oder Verlust auffällt, muss die Karte gesperrt werden. Während der Geschäftszeiten sollte sofort die ausgebende Bank oder Sparkasse angerufen werden. Rund um die Uhr sind die kostenpflichtige zentrale Sperrnummer 01805-021021 oder die gebührenfreie Nummer 116116 zu erreichen. Diese hilft aber bisher aber nur bei EC-Karten, noch nicht bei Kreditkarten. Das Einspeichern von Sperrnummern im Handy kann außerdem im Ernstfall hilfreich sein. Ein Diebstahl sollte zudem bei der Polizei angezeigt werden.
Wie verhalte ich mich am Geldautomaten richtig?
Wer Geld abhebt, sollte genau darauf achten, dass niemand die Geheimzahl sehen kann. Das Eingabefeld sollte mit der Hand abgedeckt werden. Der Geldautomat sollte vorher immer einmal kurz kontrolliert werden, ob keine Auffälligkeiten zu sehen sind. So wird verhindert, dem sogenannten Skimming zum Opfer zu fallen, bei dem Gauner die Geheimnummer mit einem Aufsatz an der Kartenöffnung, einer Beschichtung oder einer Minikamera abzugreifen versuchen.
Wie gehe ich beim Onlinekauf sicher mit meinen Kartendaten um?
Seriöse Onlineshops sind erkennbar am Impressum mit kompletter Anschrift und klaren Geschäftsbedingungen. Kreditkarten-Nummern sollten zudem nur bei einer sicheren Internetverbindung eingegeben werden, die über die Zeichenfolge "https://" in der Adresszeile und ein kleines Schloss-Symbol zu erkennen ist. Sicherer ist, wenn bei Zahlung neben Kartennummer und Ablaufdatum auch die dreistellige Prüfnummer auf der Kartenrückseite verlangt wird. Mit Kreditkarte sollte am besten nur vom eigenen Computer zu Hause bezahlt werden. (mit afp)
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