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Gericht

Ehefrau mit eigenen Haaren erwürgt

Von Hariett Drack, 18.11.09, 13:35h

Ein 34-Jähriger muss sich seit Mittwoch vor Gericht verantworten, weil er seine Ehefrau mit deren langen Haaren erwürgt haben soll. In der Beziehung des ungleichen Paares hatte es seit längerem gekriselt.

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Köln - "Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne den anderen", umschrieb Rechtsanwalt Reinhard Birkenstock die von Höhen und Tiefen geprägte Beziehung eines deutsch-türkischen Ehepaares, die im April dieses Jahres tödlich endete. Der in Deutschland geborene Energieanlagen-Elektroniker Zafer K. (34) hatte nach einem Streit seine türkische Ehefrau Baha (25) in der gemeinsamen Wohnung am Mediapark getötet. Er hatte die Frau mit ihren eigenen Haaren erdrosselt. Danach war K. zur Polizei gegangen und gestand die Tat. Wegen Totschlags wird ihm seit Mittwoch vor dem Landgericht der Prozess gemacht.

Was sich unmittelbar vor der Tat zwischen den Eheleuten abspielte und wie es dann letztlich zu dem Geschehen kam, dazu will der Angeklagte "aus Respekt vor seiner Frau und der gemeinsamen Tochter, der er die Mutter nahm, keine weiteren Erklärungen abgeben, der Anklage allerdings auch nicht entgegen treten", gab Birkenstock zum Prozessauftakt zu Protokoll. Laut Anklage hatten sich die Eheleute, bei denen schon seit geraumer Zeit das Thema Trennung zur Diskussion stand, am Tattag wie so oft gestritten. Zafer K. soll seiner Frau "die im Schlafzimmer auf dem Bauch lag, den Kopf gegen die Matratze gedrückt und sie mit dem hüftlangen Zopf, den sie trug, so lange gewürgt haben, bis sie blau im Gesicht war".

Zafer K. hatte seine Frau Jahre zuvor auf der Hochzeit seines Bruders in der Türkei kennen gelernt. Baha studierte in der Heimat im ersten Semester Betriebswirtschaft: gleichzeitig träumte sie von einer Karriere als Sängerin, denn "sie hatte eine wunderschöne Stimme", erinnerte sich K. an die erste Zeit mit Baha. Er hatte sich gleich in die junge Frau verliebt, die "so ganz anders war wie die anderen Frauen", beschrieb der Bruder des Angeklagten die getötete Schwägerin. Sie war Zafer 2002 nach Köln gefolgt, um ihn zu heiraten. Die Beziehung funktionierte offenbar nach dem Prinzip "Gegensätze ziehen sich an". Sie, die quirlige, ausgelassene Studentin mit dem Hang zur Selbstdarstellung, deren ganzer Stolz die künstlich verlängerten Haare, so genannte Extensions, waren. Zafer K. hingegen galt als zurückhalten, ruhig, introvertiert, bedächtig und war immer der erste, der am Kinderbett stand, wenn die 2005 in Deutschland geborene Tochter schrie.

Das Studium ebenso wie die Gesangskarriere hatte Baha nach der Geburt der Tochter zunächst auf Eis gelegt. Innerhalb der Familie wurde jedoch immer offensichtlicher, dass es zwischen dem Paar kriselte: "Da war nichts mehr zu kitten, ich hatte beiden zur Scheidung geraten", erinnerte sich der Bruder im Zeugenstand an Trennungsabsichten der beiden. Er war es auch gewesen, der von Anfang an den Bruder gewarnt hatte: "Ihr passt einfach nicht zusammen."



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