Erstellt 19.11.09, 08:50h
Das Team um Randall C. Thompson vom Mid America Heart Institute in Kansas City durchleuchtete 20 ägyptische Mumien aus der Zeit von 1981 vor Chr. bis 364 nach Chr. in einem Computertomographen (CT). 13 der 20 Mumien ließen noch Reste von Herzkranzgefäßen und -gewebe erkennen. Von diesen 13 hatten nur 4 ein ganz gesundes Herz.
Ablagerungen in den Gefäßen
Bei drei Mumien fanden die Forscher die typischen Kennzeichen für Arterienverkalkung: Ablagerungen von Fett, Cholesterin, Kalzium und anderen Substanzen an der Innenseite der Gefäße. Bei weiteren drei Mumien bestand der Verdacht auf Arteriosklerose. Frauen und Männer litten im alten Ägypten gleichermaßen unter der lebensgefährlichen Verstopfung und Verhärtung der Herzgefäße. Bei Mumien, die zum Zeitpunkt des Todes vermutlich 45 oder mehr Jahre alt waren, traten die Anzeichen stärker hervor.
„Unser Fund zeigt, dass wir über die Gefahren der modernen Lebensweise hinaus nach Risikofaktoren für die Krankheit suchen müssen", stellte einer der federführenden Forscher, Gregory Thomas von der Universität von Kalifornien in Irvine, bei der Tagung fest. Das Team bekam die Mumien vom Ägyptischen Museum in Kairo zur Verfügung gestellt.
Alle Toten gehörten, so weit es sich nachvollziehen ließ, der obersten Gesellschaftsschicht im alten Ägypten an und dienten als Pharao, Priester oder Priesterin am Hof. Obwohl sich ihre Ernährung nicht mehr nachweisen lässt, ist doch bekannt, dass Rindfleisch, Gänse- und Entenbraten schon zu jener Zeit als Leckerbissen auf den Tisch kamen. (dpa)
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