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Tor-Skandal

Empörung über die Hand Henrys

Von Thomas Kilchenstein, 18.11.09, 20:58h, aktualisiert 19.11.09, 22:22h

Selbst französische Medien schämen sich für das Tor, das Frankreich zur WM brachte. Nach einem Handspiel von Henry traf Gallas – und sicherte Frankreich neben Slowenien, Griechenland, Portugal, Algerien und Urugay eines der letzten Tickets.

Irische Proteste
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Riesenaufregung bei den Iren, doch das Schiedsrichtergespann hatte das Handspiel des Franzosen Thierry Henry beim 1:1 in Paris übersehen. (Bild: dpa)
Irische Proteste
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Riesenaufregung bei den Iren, doch das Schiedsrichtergespann hatte das Handspiel des Franzosen Thierry Henry beim 1:1 in Paris übersehen. (Bild: dpa)
Salpingidis
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Dimitrios Salpingidis bejubelt seinen Führungstreffer, der Griechenland zur WM bringt. (Bild: epa)
Salpingidis
PARIS - Wenigstens hat Thierry Henry hinterher nicht von der Hand Gottes gefaselt, immerhin das hat er sich verkniffen. Als das Spiel gegen Irland abgepfiffen, die WM-Teilnahme der französischen Fußballnationalmannschaft perfekt war, hat er offen zugegeben, was jeder spätestens in der Zeitlupe klar erkennen konnte, der schwedische Schiedsrichter Martin Hansson aber übersehen hatte: Henry, 32, Stürmerstar des FC Barcelona, 117 Länderspiele, 51 Tore, legte vor dem alles entscheidenden 1:1 durch William Gallas Hand an den Ball. „Ja, meine Hand war im Spiel“, sagte er L'Equipe, „der Ball springt mir an die Hand, der Schiedsrichter pfeift nicht - und ich spiele halt weiter. Die Hand war da, aber ich bin nicht der Schiedsrichter.“ Und dann sagte er noch: „Das Wichtigste war schließlich, die WM-Qualifikation zu schaffen.“

Die haben die Franzosen nur dank des irregulären Treffers geschafft - mit Glück, oder wie andere sagen: mit Betrug. 1:0 hatte Irland im Stade de France durch ein Tor von Robbie Keane geführt, nach 90 Minuten war dadurch die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel egalisiert, es ging in die Verlängerung. In der 103. Minute gab es Freistoß für die Franzosen. Florent Malouda trat den Ball, der erst die fünf Finger Henrys berührte, ehe dieser die Kugel mit dem Fuß zu Gallas beförderte, der ihn ins Tor schob.

Henry hätte sich anschließend unsterblich machen und seine Tat dem Schiedsrichter gestehen können. Es waren ja noch 17 Minuten zu spielen bis zum drohenden Elfmeterschießen, die Franzosen wären ohne den Ausgleichstreffer nicht automatisch ausgeschieden. Doch Henry erlag der Verlockung.

Was hätte der Franzose wohl gesagt, hätte ihn Schiedsrichter Hansson direkt gefragt? Irlands Trainer Giovanni Trapattoni glaubt, Henry hätte seinen Schwindel zugegeben. Der Franzose gilt in der Branche als fairer Sportsmann, der nicht schauspielert, nicht provoziert.

In Irland ist die Empörung über das Schummeltor immens, wer könnte es den Iren verdenken? „Wir sind angeekelt“, sagte Torschütze Robbie Keane, der in der regulären Spielzeit eine riesige Chance zum 2:0 vergeben hatte. Der Stürmer von Tottenham vermutet gar ein Komplott: „Die Fifa will Irland nicht bei einer WM dabei haben.“ Der irische Justizminister Dermot Ahern fordert gar eine Wiederholung des Spiels, und auch der irische Verband stimmte ein: „Die offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters hat die Gesetze des Sports verletzt. Deshalb fordern wir den Weltverband unseres Sports auf, ein Wiederholungsspiel anzusetzen“, heißt es. Doch eine Neu-Ansetzung wird es sicher nicht geben.

Thierry Henry wird mit diesem Makel leben müssen. Er kann nicht stolz sein auf die Mogelei, das gilt für die ganze Équipe Tricolore. Vielleicht schämen sie sich ein paar Tage - doch im nächsten Jahr spielen sie in Südafrika.



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