Erstellt 19.11.09, 15:16h, aktualisiert 19.11.09, 15:16h
Aktionärsvertreter signalisierten in der Tui Arena ihre Zustimmung und begrüßten den Schritt als "grundsätzlich richtig" aber längst überfällig. "Zeigen Sie mal das Potenzial der Telekom, damit der Kurs auch steigt!", forderte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Viel Freude hatten die Aktionäre der einst als Volksaktie gefeierten Titel in den vergangenen Jahren nicht: Die Titel dümpeln schon lange unter ihrem Ausgabepreis beim Börsengang Ende der 90er Jahre.
Rückgang im klassischen Sprachgeschäft
Seit Jahren kämpfen die Telekomkonzerne mit Umsatzrückgängen vor allem im klassischen Sprachgeschäft. Mit der Verschmelzung von Festnetz und Mobilfunk folgt die Telekom nun dem Beispiel anderer europäischer Konzerne wie Vodafone, France Télécom oder Swisscom. Das Potenzial sei enorm, betonte Obermann. Kunden mit Mobilfunk- und Festnetzvertrag bei einem Anbieter kündigten ihre Verträge deutlich seltener, außerdem brächten sie erfahrungsgemäß deutlich mehr Umsatz.
Bislang habe jeder fünfte der rund 29 Millionen Kundenhaushalte der Telekom sowohl einen Mobilfunk- als auch Festnetzvertrag bei den Bonnern. Werde nur ein Prozent der übrigen Kunden für das jeweils andere Produkt gewonnen, könne der Umsatz um bis zu 100 Millionen Euro jährlich gesteigert werden. Insgesamt erwarte der Konzern mittelfristig eine Umsatzsteigerung von 1,3 Milliarden Euro, sagte Obermann.
Umsatzsteigerung erwartet
Auf der Ergebnisseite rechnet die Telekom dabei mit einem positiven Beitrag von 600 Millionen Euro pro Jahr. "Das gesamte Niveau der Synergien wird Mitte 2015 erreicht", kündigte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges an. Ein Drittel davon seien Kosteneinsparungen unter anderem bei IT-Systemen, der Rest sei auf die erwartete Umsatzsteigerung zurückzuführen.
Obermann betonte erneut, dass mit der Verschmelzung kein Personalabbau verbunden sei. Eine entsprechende Vereinbarung hatte die Telekom im Frühjahr mit den Arbeitnehmervertretern getroffen.
Keine neue Marke
Die neue Deutschland-Gesellschaft wird etwa 85 000 Mitarbeiter haben, rund 27 Millionen Festnetz- sowie 39 Millionen Mobilfunkanschlüsse werden dort betreut. Formal soll das Festnetzgeschäft aus der Telekom AG ausgegliedert und Anfang 2010 auf die T-Mobile Deutschland GmbH verschmolzen werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von rund 26 Milliarden Euro, rund 40 Prozent der gesamten Erlöse des Konzerns. Eine neue Marke will die Telekom für ihren Auftritt in Deutschland nicht entwerfen. "Das "T" als übergeordnetes Markenzeichen wird aber an Bedeutung gewinnen", sagte Obermann. (dpa)
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