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Mord ohne Leiche

Freispruch gefordert

Von Hariett Drack, 20.11.09, 14:54h

Der Prozess um den so genannten Mord ohne Leiche ist in eine neue Runde gegangen. Die Verteidigung fordert Freispruch, weil alle Anschuldigungen nur auf Indizien beruhten. In der kommenden Woche wird das Urteil gewprochen.

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(Symbolbild: dpa)
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(Symbolbild: dpa)
Innenstadt - Im Prozess um den Mord ohne Leiche hat die Verteidigung erwartungsgemäß für alle drei Angeklagten einen Freispruch gefordert. Siegfried K., der Ehemann der seit April 2007 verschwundenen Philippina Lotis K. sowie seine Schwester Irmgard K. und deren Ehemann Wilfried hätten keinen Grund gehabt, die Philippina zu ermorden: „Warum sollten unbescholtene Bürger zum Mörder werden?“, fragte die Verteidigung.

Der Staatsanwalt geht dagegen davon aus, dass Siegfried K. am 18. April 2007 im Auftrag von Schwester und Schwager seine von ihm getrennt lebende Ehefrau tötete, weil er von seinen vermögenden Verwandten finanziell abhängig war und dem kinderlosen Ehepaar endlich den sehnlichen Kinderwunsch erfüllen wollte. In ihrem Haushalt sollte der fünfjährige Sohn aufwachsen, um dessen Erziehung es schon während der Ehe zwischen Siegfried K. und der Philippina immer wieder heftige Auseinandersetzungen gab. Siegfried K. soll die Leiche auf einer damaligen Großbaustelle an der Düsseldorfer Straße vergraben haben. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Alle drei Angeklagten sollen wegen Mordes lebenslang hinter Gitter.

Dass es seinem Mandanten nachts gelungen sei, eine Leiche unbemerkt aus dem Haus zu schaffen, sei „höchst unwahrscheinlich“, hob Anwalt Lange in seinem Plädoyer hervor. Nach Überzeugung der Verteidigung stütze sich die Ermittlerseite ausschließlich auf "„falsche Behauptungen, Vermutungen und in keinem einzigen Fall auf einen Tatsachen-Nachweis“" hieß es im Plädoyer, das mit der Forderung abschloss: „Das einzig richtige Urteil ist ein Freispruch.“ 

Der Ankläger habe seine Beweisführung „abwegig und widersprüchlich“ geführt. Seine Vorgehensweise sei ein „untauglicher Versuch, Indizien zu konstruieren“. „"Was wirklich geschehen ist, wir alle wissen es nicht“", sagte Lange und nannte Erklärungsversuche für das Verschwinden der Philippina: „Vielleicht lebt sie an einem unbekannten Ort, hat Selbstmord begangen oder wurde von einem anderen umgebracht?“

Der Ehemann, der bei einem heimlich in seinem Auto abgehörten Selbstgespräch die Tat gestanden hatte, könne damit nicht überführt werden, "weil es sich dabei „um hypothetische Gedanken ohne jeden Realitätsbezug - reine Phantasie “ gehandelt habe", sagte der Anwalt. Das Urteil soll in der kommenden Woche gesprochen werden.



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