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Geldtransfers

Bankerin spielt Robin Hood

Von Britta Havlicek, 23.11.09, 15:03h, aktualisiert 24.11.09, 09:52h

Eine Filialleiterin einer Bank hat in Bornheim mehrere Millionen Eurovon reichen Kunden auf das Konto von ärmeren transferiert. Doch die Frau flog auf - und wurde nun zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Die ehemalige Filialleiterin zweigte Geld von den Konten vermögender Kunden ab, um in Not geratenen Kunden kurzfristig "aus der Patsche" zu helfen. (Symbolbild: dpa)
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Die ehemalige Filialleiterin zweigte Geld von den Konten vermögender Kunden ab, um in Not geratenen Kunden kurzfristig "aus der Patsche" zu helfen. (Symbolbild: dpa)
Bonn - BONN - Über Jahre hat die Leiterin einer Bank in Bornheim-Widdig finanzschwachen Privat- und Geschäftsleuten mit Krediten unter die Arme gegriffen. Sie hat das Geld von den Sparkonten reicher Kunden umgebucht und bei den Verschuldeten eingezahlt. Doch am Ende konnte die 62-Jährige nicht alle Beträge zurückführen. Der Schaden: fast 1,1 Millionen Euro. Rund 7,6 Millionen Euro hatte sie ab-, aber nur 6,5 Millionen Euro zurückgebucht. Wegen Untreue ist die Bonnerin vom Amtsgericht zu 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

„Ich muss verrückt gewesen sein“, sagte die 62-Jährige vor Gericht. „Ich habe mich aus Mitleid breit schlagen lassen. Wahrscheinlich habe ich ein Helfersyndrom.“ Widdig sei „ ein 1500-Seelen-Dorf, wo man sich kennt“, ergänzt der Anwalt der Angeklagten. Da habe sich keiner der finanzschwachen Kunden gewundert, dass sie den Kredit von der Filialleiterin bekamen, der normalerweise wegen fehlender Sicherheiten von einer Bank nie bewilligt worden wäre.

Es waren Betreiber eines kleinen Taxiunternehmens, einer kleinen Baugesellschaft, eines Mini-Autohandels und eines Versicherungsbüros und Privatleute, die Geld erbaten. „Ich dachte,die bräuchten nur ein paar Monate Luft, dann zahlen sie das Geld zurück.“ Doch nicht in allen Fällen klappte das. Als die Lücken immer größer wurden, nahm die Filialleiterin 1999 sogar eine Hypothek von damals 300.000 Mark auf ihr Haus auf, um Konten auszugleichen.

Doch die Kreditforderungen hielten an - und die 62-Jährige half weiter. Beinahe täglich buchte sie kleinere und größere Beträge von mehr als 20 dicken Sparkonten auf klamme Konten, immer in mehreren Schritten, immer möglichst krumme Beträge. „Aber ich habe irgendwann den Überblick verloren.“

Ende Februar 2005 bemerkte ein Kunde die Unstimmigkeiten. Es folgte die fristlose Kündigung. Weil die Filialleiterin bereitwillig ihre zwei Mehrfamilienhäuser, ihre Lebensversicherungen und Barschaften der Bank überschrieb, verzichtete das Unternehmen auf ein Strafverfahren und glich die Konten der Kunden aus. Doch im letzten Jahr erstattete der Inhaber eines dieser Sparkonten doch Anzeige. 117 Fälle der Untreue konnten nachgewiesen werden. 22 Monate auf Bewährung seien angemessen, so das Urteil. Sie habe nicht aus Eigennutz gehandelt. Und sie sei bestraft genug: Die 62-Jährige ist arbeitslos, hat ihr Eigenheim und ihre Altersvorsorgen verloren und lebt von einer kleinen Frührente.



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