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Deutsche Doping-Fälle

Irgendwas war in der Zahnpasta

Erstellt 25.11.09, 14:30h, aktualisiert 25.11.09, 14:37h

Der Skandal um die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist der bislang letzte in einer langen Reihe Aufsehen erregender Dopingfälle. Hier eine Liste der Ereignisse der letzten 20 Jahre.

Ludger Beerbaum
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Ludger Beerbaum: Sein Pferd " Goldfever" hat (das heißt: war) gedopt. (Bild: dpa)
Ludger Beerbaum
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Ludger Beerbaum: Sein Pferd " Goldfever" hat (das heißt: war) gedopt. (Bild: dpa)
KATRIN KRABBE (Leichtathletik): Bei der zweimaligen Sprint-Weltmeisterin und zweimaligen Sportlerin des Jahres wurde 1992 das Dopingmittel Clenbuterol nachgewiesen. Obwohl das Asthmamedikament damals noch nicht auf den offiziellen Dopinglisten stand, wurde Krabbe vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für ein Jahr gesperrt. Der Weltverband IAAF verlängerte diese Sperre um weitere zwei Jahre bis August 1995. Ein späterer Comeback-Versuch Krabbes scheiterte.

ROLAND WOHLFARTH (Fußball): Der U20-Weltmeister und fünfmalige deutsche Meister mit Bayern München sorgte für das erste Doping-Urteil der Bundesliga-Geschichte. Im Februar 1995 wurde Wohlfarth wegen der Einnahme des Appetitzüglers Recatol zu einer zweimonatigen Sperre verurteilt. In einer Apotheke als unbedenklich empfohlen, enthielt Recatol das auf der Dopingliste stehende Mittel Norephedrin.

DIETER BAUMANN (Leichtathletik): Der 5000-m-Olympiasieger von Barcelona wurde bei einer Dopingkontrolle 1999 positiv auf den Wirkstoff Nandrolon getestet. Bei der Verhandlung vor dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wurde er aufgrund der Funde von Norandrostendion in seiner Zahnpasta und eingereichten Haarproben ohne Befund vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. Die Weltverband IAAF erkannte diesen Freispruch jedoch nicht an und sperrte ihn am bis zum Januar 2002. Baumann bestreitet bis heute die wissentliche Einnahme der Mittel.

ALEXANDER LEIPOLD (Ringen): Der 20-malige deutsche Freistil-Meister durfte sich nur drei Tage über den Olympiasieg bei den Spielen von Sydney im Jahr 2000 freuen. Dann wurde ihm die Goldmedaille wieder aberkannt, weil das Zehnfache des erlaubten Nandrolon-Werts in seinem Blut gefunden wurde. Leipold wurde in letzter Instanz für ein Jahr gesperrt, bestreitet aber bis heute, gedopt zu haben.

JOHANN MÜHLEGG (Skilanglauf): Bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann Mühlegg, der nach dem Auschluss aus dem Deutschen Skiverband (DSV) wegen der "Geisteraffäre" für Spanien startete, drei Goldmedaillen. Allerdings wurde in einer Dopingkontrolle das Erythropoietin-Derivat Darbepoetin alpha nachgewiesen. Mühlegg musste die Goldmedaillen zurückgeben. Mühlegg, der immer bestritt, gedopt zu haben, wurde für zwei Jahre gesperrt. Kurz vor Ablauf dieser Sperre gab er seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt.

LUDGER BEERBAUM (Springreiten): Der Olympiasieger von 1992 sorgte bei den Olympischen Spielen 2004 für negative Schlagzeilen. Dem deutschen Team wurde die Goldmedaille von Athen aberkannt, weil Beerbaum sein Pferd Goldfever mit einem verbotenen Medikament behandelt hatte.

JAN ULLRICH (Radsport): Der bislang einzige deutsche Sieger bei der Tour de France wurde kurz vor der Frankreich-Rundfahrt 2006 ausgeschlossen. Ihm wurde vorgeworfen, in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Dies führte zur fristlosen Kündigung durch das Team T-Mobile. Ullrich bestreitet bis heute, jemals andere Rennfahrer betrogen zu haben. Am 26. Februar 2007 erklärte Ullrich seine Karriere für beendet.

ERIK ZABEL (Radsport): Im Mai 2007 gestand der sechsmalige Gewinner der Sprintwertung (Grünes Trikot) während einer spekatulären Pressekonferenz, bei der Tour de France 1996 eine Woche lang Doping mit Epo betrieben zu haben. Zabel bezeichnete die Verwendung des Hormons während der Tour als eine Art Testphase, die er aber nach rapider Verschlechterung seiner gesundheitlichen Werte wieder beendet hätte. Danach habe er nie wieder gedopt. Nach dem Dopinggeständnis sollte er das grüne Trikot zurückgeben. Da sein Vergehen zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt war, wird Zabel weiter in der offiziellen Siegerliste aufgeführt und erhielt keine weitere Bestrafung.

STEFAN SCHUMACHER (RADSPORT): Im Oktober 2008 berichtete die französische Zeitung "L'Equipe", dass der WM-Dritte von 2007 bei der Tour de France 2008 positiv auf das Blutdopingmittel Cera getestet wurde. Im Februar 2009 wurde Schumacher von der französischen Anti-Doping-Agentur ADFL für zwei Jahre gesperrt. Im März 2009 hat der Radsport-Weltverband UCI die Sperre des französischen Verbandes übernommen. Schumacher ist damit für alle Radrennen weltweit bis Januar 2011 gesperrt. Im April 2009 wurde zudem bekannt, dass Schumacher bei einer Nachkontrolle positiv auf Cera-Doping während der Olympischen Spiele 2008 getestet wurde.

TSG HOFFENHEIM (Fußball): Das DFB-Sportgericht verurteilte den Bundesligisten 1899 Hoffenheim im März zu einer Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro. Grund waren die Verfehlungen des Klubs beim Punktspiel bei Borussia Mönchengladbach im Februar. Die Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker waren nach der Partie mit zehn Minuten Verspätung zur Dopingprobe erschienen.

ISABELL WERTH (Dressurreiten): Am 24. Juni 2009 wurde bekannt, dass Isabell Werths Wallach Whisper beim Pfingstturnier in Wiesbaden in der A-Probe positiv auf die verbotene Substanz Fluphenazin getestet worden ist. Sie wurde daher bis auf Weiteres vom Weltverband FEI für alle Turniere gesperrt. (sid)



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