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Kommentar

Ein Absturz mit vielen Fragen

Von Stephan Klemm, 25.11.09, 16:33h, aktualisiert 25.11.09, 21:57h

Claudia Pechstein bleibt gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof hat ein eindeutiges Urteil wegen unregelmäßiger Blutwerte gefällt. Die Olympionikin protestiert weiter, doch trotz Pannen gibt ihr Fall nun die Richtung vor.

Claudia Pechstein
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Claudia Pechstein bleibt gesperrt. (Bild: dpa)
Claudia Pechstein
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Claudia Pechstein bleibt gesperrt. (Bild: dpa)
Die Konsequenz aus dem nun gefundenen Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas) in Lausanne zum Fall Claudia Pechstein ist eindeutig: Zwei Jahre Sperre wegen unregelmäßiger Blutwerte. Eine Krankheit scheidet für den Cas als Ursache aus, weshalb die Eisschnellläuferin für das Tribunal als gedopt gilt. Diese klare Erkenntnis war nach den monatelangen Auseinandersetzungen zwischen der Angeklagten und der anklagenden Internationalen Eislauf-Union (ISU) so nicht zu erwarten. Zu kompliziert war die Materie und die zuletzt geführte öffentliche Diskussion, zu wissenschaftlich, zu detailorientiert. Die Öffentlichkeit jedoch hatte an dieser Debatte kein Interesse mehr, sie wollte nur wissen: Hat sie oder hat sie nicht?

Das Urteil hat Folgen: Die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin wird abgedrängt in die dunkle Welt der Betrüger. Das ist ein heftiger Absturz, der sogar Raum lässt für eine weitere Frage: Wie hat es Pechstein geschafft, fünf olympische Goldmedaillen zu gewinnen? Claudia Pechstein ist 37 Jahre alt, nach Ablauf der Sperre im Februar 2011 wäre sie 39 – ihre Karriere dürfte beendet sein. Zudem ist Pechsteins berufliche Existenz bedroht, der Beamtin der Bundespolizei droht die Kündigung.

Die Anschuldigungen der ISU gegen Pechstein sind konkret: Blutdoping wegen unnatürlicher Werte im Bereich der Vorstufe von roten Blutkörperchen. Es lag keine positive Doping-Probe vor. Die Verurteilung beruht auf einem reinen Indizien-Prozess. Pechstein wiederum hat dem Verband Schlampigkeit nachgewiesen. So wurde etwa die Anzahl der sie belastenden Parameter während des Verfahrens deutlich reduziert – eine peinliche Panne.

Und trotzdem gibt der gefundene Weg nun die Richtung vor. Bei der ISU, die weitere Fälle veröffentlichen will, aber auch bei anderen Sportverbänden, die über Blutpässe der Athleten verfügen. Es stehen also neue Enthüllungen bevor, neue Anklagen, neue Indizienprozesse. Pechstein will weiterprozessieren. Nun vor dem Schweizer Bundesgericht (weil der Cas in Lausanne ansässig ist). Das ist das Ungewisse in diesem Fall: Ob das Cas-Urteil dort Bestand hat, wird sich erst in unbestimmter Zukunft zeigen. unbestimmter Zukunft zeigen.



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