Von Matthias Pesch, 25.11.09, 18:27h, aktualisiert 04.12.09, 10:04h
Der Kabarettist hält mit seinem Kollegen Jürgen Becker („Mitternachtsspitzen“) eine Vorlesung der anderen Art. Im besetzten Raum 301 der Fachhochschule an der Mainzer Straße wollen sie Solidarität zeigen mit den streikenden Studenten. „Das ist aber nicht uneigennützig“, stellt Schmickler klar. Sie beide hätten großes Interesse an gut ausgebildeten und anständig verdienenden jungen Menschen - „denn irgendwer muss ja mal unsere Rente bezahlen“. Die Studenten haben ihren Spaß, als Becker über die Evolution philosophiert („Evolutionstechnisch betrachtet ist der Mensch ein Rheinländer: kann nix, aber traut sich alles zu“) oder Schmickler bitterböse über die wachsende Bedeutung von Chinesisch-Unterricht in der Krabbelgruppe referiert.
Aber die beiden geben den Studenten auch inhaltlich Rückendeckung: Er hoffe, sagt Schmickler, dass in der Bildungsdebatte letztlich „die gewinnen, die gleiche Bildungschancen für alle“ garantierten. „Dafür steht ihr mit eurem Kampf“, ruft Schmickler den Studenten zu. „Haltet durch.“ Standing ovations für Dozenten sind an der FH vermutlich eher die Ausnahme.
Am vergangenen Donnerstag haben die Studenten den Hörsaal besetzt - oder „befreit“, wie es eine Studierende formuliert. „Um einen Freiraum zu haben, in dem wir unsere Forderungen formulieren können.“ Seitdem wird zwischen Hörsaal-Bänken und Sofas, Kaffeetassen und Schlafsäcken, Pin-Wänden und Plakaten („Reiche Eltern für alle“) diskutiert, überlegt, gestritten, gegessen und geschlafen. „Wir sind dabei, konkrete Forderungen zu erarbeiten, die sinnvoll und umsetzbar sind“, sagt Studenten-Sprecherin Katharina Landsberg. Die könnten sich dann sowohl an die Fakultät, an die Hochschule oder auch an die Politik richten. Wann dieser Prozess abgeschlossen sein könnte? Die Studenten lassen das offen.
Und die Hochschulleitung lässt sie gewähren. „Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, ihre Forderungen und Positionen zu finden“, sagt Andreas Thimmel, Studiendekan der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaft. Daher sei man von Anfang an im konstruktiven Gespräch, „und wir können keine Anzeichen von destruktivem Verhalten erkennen.“ Für die Vorlesungen, die eigentlich im Raum 301 stattfinden sollten, stünden Ausweichräume zur Verfügung. „Ein zeitliches Limit gibt es von unserer Seite aus nicht“, sagt Thimmel. Für Freitag um 12 Uhr hat sich Frank Schätzing als „Gastdozent“ angesagt.
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@ lee_iacocca
04.12.2009 | 19.44 Uhr | Leser0815
Gerade diese Privatisierung des Studiums wird ja von den Studenten kritisiert. Wenn man nur noch private (Fach-) Hochschulen hat, lernen die Menschen…
viel Lärm um nichts
04.12.2009 | 11.14 Uhr | lee_iacocca
Ich verstehe die Aufregung nicht: in Köln gibt es einige hervorragende Privat FHs mit Top Ausstattung, genügend Räumlichkeiten und sehr guten…
So ist das eben in Colonia
25.11.2009 | 23.43 Uhr | tex340
Egal worum es geht, es entwickelt sich zur Karnevalsveranstaltung.
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