Von Kathy Stolzenbach, 29.11.09, 09:06h, aktualisiert 29.11.09, 09:38h
Das Sinfonieorchester „Il Novecento“ unter der Leitung von Robert Groslot beginnt hinter dem geschlossenen roten Vorhang zu spielen: Das klassische Stück „Nox Argentea“ („Silber-Nacht“) wurde von Franck van der Heijden zum Jubiläum der „Proms“ komponiert. Als der Vorhang fällt, tauchen Scheinwerfer Bühne und Halle in rotes Licht. Das 75-köpfige Orchester und die 16 Sänger des Chores „Fine Fleur“ gehören seit dem Beginn der „Proms“ zu den tragenden Säulen der Konzerte und begleiten die Stargäste. Das Orchester interpretiert nach Originalpartituren bekannte klassische Stücke aus den vergangenen drei Jahrhunderten, etwa Maurice Ravels „Bolero“, die „Diebische Elster“ von Rossini oder die 88. Symphonie von Haydn.
„Jedes Jahr stellen wir ein Instrument in den Mittelpunkt“, kündigt Moderator Uwe Bahn die nächsten Künstler an - die ungarischen „Katona Twins“ Peter und Zoltan Katona. In „Sweet bad black or white spirit“ vereinen sie auf virtuose Weise die Hits „Sweet Home Alabama“, Michael Jacksons „Bad“ und „Black or White“ sowie Nirvanas „Smells like Teen Spirit“ zu einem Medley.
Christina Stürmer begeistert mit Deutschrock
Mit Deutschrock begeistert Christina Stürmer die 10200 Zuschauer in der Color Line Arena. „Ich lebe“ singt sie, während sie mit zitternder Hand das Mikro umklammernd, mit kräftiger Stimme. „Ich war so unglaublich nervös vor dem ersten Song“, sagt sie nach dem Konzert. „Auf einer Bühne mit Roxette zu stehen, Wahnsinn, mit denen bin ich aufgewachsen!“ Die 27-jährige Österreicherin bezeichnet die 20 Konzerte als „irre Bereicherung“ und fühlt sich als „Küken in einer großen Familie“. Tausende Lichter und Leuchtstäbe blinken in der Halle, als Stürmer die Ballade „Mama (Ana Ahabak)“ singt – mit Tränen in den Augen.
Anschließend bittet Moderator Bahn die Zuschauer zum Tanz und so schweben etliche Paare zu Tschaikowskis „Blumenwalzer“ durch die Gänge. Die Scheinwerfer auf der Bühne erstrahlen dabei in Blumenformen.
Einen krassen Wechsel bringen Heaven 17 mit Synthesizern und elektronischen Elementen. Die Electronic-Pop-Urväter versetzen die Zuschauer mit ihren Hits „Come live with me“ und „Temptation“ zurück in die 80er. „Für uns erfüllt sich ein Traum, ‚Temptation’ mit einem so fantastischen Orchester zu spielen“, gesteht Sänger Glenn Gregory. Den meist gefeierten Auftritt des Abends legen dann Roxette hin. Eigentlich wollte das schwedische Pop-Duo bereits 2002 ein Comeback bei der Nokia Night of the Proms geben. Doch dann wurde bei Marie Fredriksson ein Hirntumor diagnostiziert und erfolgreich entfernt. Als sie bei der Show in Hamburg auf einem Stuhl sitzend durch den Bühnenboden hindurch nach oben gefahren wird, erheben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Fredriksson streckt triumphal ihre Arme aus und stimmt „Wish I could fly“ an. Von anhaltendem Applaus und Pfiffen begleitet, verschwinden die Schweden nach dem Song wieder unter der Bühne – zumindest vorerst.
Produzenten-Legende im Rampenlicht
Mit Alan Parsons tritt anschließend eine Produzenten-Legende ins Rampenlicht, die sich viele Jahre hinter den Kulissen am wohlsten fühlte. Als Toningenieur mischte er beispielsweise für die Beatles die Alben „Abbey Road“ und „Let it be“, als Produzent war er an „Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd beteiligt. Aber: „Auf der Bühne ist es interessanter“, lässt Parsons wissen und begeistert mit Ohrwürmern wie „Eye in the Sky“ und „Games people play“ das Publikum der „Proms“. Begleitet wird er auf der Tour von Sänger PJ Olsson – ein wahres Energiebündel, das auf der Bühne auf und ab hüpft wie ein Flummi und das Orchester mit diversen Luftinstrumenten unterstützt. Urgestein John Miles ist aus der Geschichte der Night of the Proms nicht mehr wegzudenken und seit der ersten Stunde mit dabei. Wie in jedem Jahr präsentiert er wieder einen Klassiker in eigener Interpretation, in diesem Jahr „Stairway to Heaven“ – mit den Katona Twins an den Gitarren. Zweifellos einer der Höhepunkte der Show. Vor dem großen Finale heizen Roxette der Halle mit „The Look“ ein.
Sängerin Marie trägt eine schwarze Lederhose und ein silbernes Glitzertop. Sie ist dünn und wirkt zerbrechlich, aber auf der Bühne ist sie ganz in ihrem Element: „Es ist fantastisch wieder auf der Bühne zu stehen! Ich fühle mich großartig!“ Gänsehautstimmung ist bei „It must have been love“ angesagt. Die Halle singt den Refrain wie aus einem Mund. Mit den Worten „We take you back to the 80’s“ („Wir nehmen euch mit zurück in die 80er“) kündigt Per Gessle „Listen to your heart“ an.
Der Schluss gebührt – wie könnte es anders sein – dem großen John Miles mit der großartigen Hymne „Music“. Die wurde übrigens auch von Alan Parsons produziert. Ein krönender Abschluss einer großen Geburtstagsparty.
Au Mann immer diese Nörgler...
29.11.2009 | 20.03 Uhr | Poeli
...ob Nokia das Werk nun geschlossen hat oder nicht ist doch total Schnuppe. Hier ging es um eine tolle Konzertveranstaltungsreihe, die es schon seit…
Der Autor hört sich an wie eine "Werbetrommel"
29.11.2009 | 09.47 Uhr | michaschreibt
für NOKIA. Erinnern wir uns noch? Schwarze Zahlen schreiben und dann das Nokia-Werk Bochum platt machen um nach Rumänien wegen der billigen…
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