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Fan-Randale

Erschütternde Exzesse

Von Frank Nägele, 29.11.09, 20:33h

Beim Spiel gegen Bochum kam es zu zahlreichen Ausschreitungen. Schon auf dem Weg zum Stadion gerieten die FC-Fans mit den Ordnungshütern aneinander. Ergebnis des Spieltages: Kein Tor, elf Verletzte und 19 Festnahmen.

Fans machen Krawall
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Fans machen Krawall. Szene aus Köln - Mönchengladbach von 14. März 2009. (Bild: dpa)
Fans machen Krawall
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Fans machen Krawall. Szene aus Köln - Mönchengladbach von 14. März 2009. (Bild: dpa)
Der 1. FC Köln ist entsetzt über die Ausschreitungen seiner Fans rund um das Auswärtsspiel am Freitagabend in Bochum. Nach Angaben der Polizei haben mehrere hundert Fans die Absperrung überwunden und den Gästeblock gestürmt. Der Sicherheitsdienst versuchte, die Tore zu schließen, die Situation eskalierte. Erst eine angeforderte weitere Hundertschaft Polizei konnte die Lage unter Kontrolle bringen. Ergebnis: Neun Menschen wurden verletzt, zwei schwer. Ein Mitarbeiter des Bochumer Ordnungsdienstes erlitt Knochenbrüche und eine Schultereckgelenk-Sprengung sowie Verletzungen an der Milz. 19 Kölner Fans wurden vorläufig fest genommen. Im Stadion gingen Feuerwerkskörper und Kanonenschläge in die Luft. Der Gewaltausbruch hatte sich mit der Ankunft in Bochum angekündigt. Rund 1000 Kölner rangelten sich bereits auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Stadion mit Ordnungskräften. Der 1. FC Köln hat nur für Vorgänge innerhalb des Stadions, das Abbrennen der Feuerwerkskörper eine Strafe zu befürchten. Der Deutsche Fußball-Bund verweist Exzesse vor den Stadiontoren in den Zuständigkeitsbereich der Polizei. Dennoch ist man im Verein tief betroffen. „Wir bedauern außerordentlich, dass ein Ordner so schwer verletzt worden ist. Wir werden versuchen, als Verein mit ihm Kontakt aufzunehmen. Gleichzeitig können wir diese Exzesse so nicht hinnehmen. Wir müssen versuchen, die Schuldigen zu ermitteln und sie zu bestrafen.“

Wie schwierig und komplex das Thema ist, erklärt Kölns Fan-Beauftragter Rainer Mendel, der seit vielen Jahren als Sprecher aller Fan-Beauftragter im deutschen Profi-Fußball fungiert. „Wir tun alles, was möglich ist. Wir betreuen die Fans mit sozialpädagogischen Projekten, wir sprechen Stadionsperren aus, aber die Gewaltbereitschaft nimmt einfach generell zu. Mir ist es wichtig, zu sagen, dass das nicht nur ein Kölner Problem ist.“

Wie zum Beweis für diese Worte randalierten gewaltbereite Fußball-Anhänger an diesem Wochenende quer durch die Republik. Insgesamt gab es fast 200 Festnahmen. Bei Ausschreitungen in Berlin setzte die Polizei 66 Personen vorläufig fest und leitete 18 Strafermittlungsverfahren ein. In Bielefeld verwüsteten rund 150 Hamburger Anhänger einen Zug-Stopp auf dem Weg nach Mainz zwei Geschäfte und einen Servicepoint im Bielefelder Hauptbahnhof, attackierten Polizeibeamte massiv und sorgten für eine halbstündige Sperrung der Gleise. Die Randalierer wurden von der Polizei zurück nach Hamburg geschickt. Den unrühmlichen Abschluss des Prügel-Wochenendes machten Chaoten, die das A-Junioren-Derby zwischen Schalke 04 und Dortmund durch Keilereien im Stadion zum Abbruch brachten.

Fan-Betreuer Mendel macht sich Sorgen: „Die Leute, die so etwas tun, sind immer jünger, viele nicht älter als 15, 16. Die nicht-gewalttätigen Fans schaffen es nicht immer, sich von den gewalttätigen abzugrenzen. Früher sind Fans zweier Vereine aufeinander los gegangen, heute gehen sie gleich auf Polizei und Sicherheitskräfte los. Das kannten wir früher so nicht.“ Selbst der Fachmann weiß keinen Rat. „Das ist ein allgemeines Phänomen, und immer wieder werden dadurch alle Fans und der ganze Fußball in Misskredit gebracht.“



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