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Konzert

Komponist, Dirigent und Sänger

Von Claudia Valder-Knechtges, 13.12.09, 15:23h

Trotz vieler Erkrankungen, die das Konzert torpediert hatten, wurde die „Kerpener Konzertsoirée“ ein Erfolg mit besinnlicher Stimmung und einem Stephen Harrap, der als Organist, Chordirigent und Komponist allgegenwärtig war.

Kerpen - Stephen Harrap hatte sich viel Mühe gemacht, im Rahmen seiner „Kerpener Konzertsoiréen“ eine besinnliche Stunde zu gestalten. „Über die Adventszeit hinaus“ solle auf die Parallele zwischen der weihnachtlichen Geschichte und den heutigen Menschen abgestellt werden: wie sie unterwegs sind, suchen, fliehen müssen und gepeinigt oder getötet werden.

An das Geschehen um das Jesuskind, Maria und Josef, an die unschuldigen Kinder und Herodes erinnerte Jürgen Mein, der zwischen den Musiknummern Texte verlas. Das Brass Consort Köln, fünf excellente Blechbläser des WDR-Sinfonieorchesters, waren für den instrumentalen Teil zuständig. Mit blitzblanken Klängen eines barocken „Rondeau“ von Jean Mouret eröffneten sie den Abend, spielten romantisch-innig eine Sarabande von Edvard Grieg und prachtvoll den Contrapunctus I aus Bachs „Kunst der Fuge“.

Handverlesenes Ensemble

Der Chor, ein handverlesenes Vokalensemble und Mitglieder von „The Voices“, steuerte „Wachet auf ruft und die Stimme“ von Philipp Nicolai und „O Heiland, reiß die Himmel auf“ im Satz von Brahms bei, sowie „Meine Seele ist stille zu Gott“ von Moritz Hauptmann (19. Jahrhundert), schön gesungen und dezent von Harrap an der Orgel begleitet.

Ein wichtiger Schwerpunkt des Programms waren zwei Darbietungen des kleinen Vokalensembles, „Kein' Ros' hat solchen Ruhm“ aus Benjamin Brittens „Ceremony of Carols“ und Peter Cornelius' „Könige“. Warum dessen freie Bearbeitung von Philipp Nicoalis „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ hier in englischer Übersetzung „Three kings from Persian lands afar“ gesungen wurde, bleibt Harraps Geheimnis: War es ein Tribut an seine Muttersprache und musikalische Sozialisation?

Zahlreiche Erkrankungen

Die drei Frauen des Vokalensembles bezauberten zudem mit einem Satz „Maria durch ein Dornwald ging“, gesungen in der Taufkapelle, unter dem stolzen Turm der Kirche. Der rührige Kirchenmusiker hatte, neben der Ansprache, dem Dirigat des Chores und eigenem Orgelspiel, weiteren tragenden Anteil an dem Programm: er war der Komponist mehrerer Werke. Das Bläserconsort schmetterte eine grandiose „Fanfare für Gabriel“, gefolgt von „Gabriel heiß ich“ und „Ave Maria“ für Sopransolo (Eun-Jung Lee), und „Was suchst du?“, einem Stück, bei dem Stephen Harrap auch noch selbst sang. Zahlreiche Erkrankungen hatten das Konzert torpediert: drei Chorwerke entfielen, und einer der Trompetensolisten musste ersetzt werden. Der vertretende Musiker spielte vom Blatt, was der Dirigent mit Blick auf seine modernen Kompositionen anerkennend mit den Worten kommentierte: „Ich bin ja nicht so einfach.“



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