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Konzert

Bescherung mit Lokalpatriotismus

Von Marianne Kierspel, 16.12.09, 15:15h

Zu einem Weihnachtskonzert führt der Stadtmusikverband zwei Chöre und zwei Orchester in der Musikhochschule zusammen. Jede Gruppe zeigte ihre Schokoladenseite.

Chor
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Femmes Vocales (Bild: Grönert)
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Femmes Vocales (Bild: Grönert)
Innenstadt - Gleich zwei Chöre und zwei Orchester vereinten ihre Stärken zu einem Weihnachtskonzert in der Musikhochschule. Diese Tradition im Stadtmusikverband Köln hat sich bewährt. Dabei können Liebhaber einander kennen lernen und ihre Spezialitäten miteinander verbinden, mal im Wechsel, mal im Zusammenspiel. Jede Gruppe kann sich kurz fassen, konzentriert auf ihre Schokoladenseite. Und die vereinten Fans füllen, wie jetzt wieder, große Konzertsäle.

Als Finale stand wieder ein Auftritt aller Musiker auf dem Programm, ein Weihnachtslieder-Medley unter Leitung von Stephen Harrap. Die Ensembles fassten das Thema Weihnachten mehr oder weniger weit. Beschert wurden auch Liebeslieder und Erinnerungen an Stars. Seemannslieder bekundeten Fernweh, daneben gab es aber auch eine dicke Portion Kölner Lokalpatriotismus. Das Mandolinenorchester Frechen stimmte mit der „Petersburger Schlittenfahrt“ auf weiße Weihnacht ein. Sein Dirigent Günter Vogel, seit gut sechzig Jahren als Allroundmusiker aktiv, zeigte ein Händchen für Tempi, Rhythmen und gute Arrangements. Da klang nichts gehetzt, da hatten auch die Mittelstimmen ihre Chance.

Zum Orchester trat der weibliche Barbershop-Chor Femmes Vocales. Leonore Moog leitete etwa 20 Sängerinnen durch ein pfiffiges A-Cappella-Programm, von Abba bis Bette Midler. Die Damen wussten sich auch zu bewegen, so vergnügten sie Ohr und Auge. Die zweite unterhaltsame Konzerthälfte bestritten der 1. Kölner Shanty Chor (Leiter und Solist: Reinhold Koytek) und das Erste Kölner Akkordeonorchester (Leitung: Matthias Hennecke), mal allein, mal zusammen. Das Orchester eröffnete sensibel mit Edvard Griegs „Morgenstimmung“. Es konnte aber auch im Bläck-Fööss-Song „Do bes uns Stadt“ auf die Tube drücken, was die Fans im Saal zum Mitsummen verlockte.

Der Shanty Chor sang neben Arbeitsliedern auf dem Segelschiff auch Pop und Schlager, teils mit rustikalem Einschlag. „Sankt Niklas war ein Seemann“ galt dem Schutzpatron der Bettler, Kaufleute und Huren, erklärte Moderator Norbert Thomé augenzwinkernd. Die Sänger hätten die Gebetsformel „Ora pro nobis“ (Bete für uns) jetzt extra für den Kardinal angefügt, damit er in Köln auch mal Grund zur Freude hat. Überhaupt waren Thomés knappe, witzige, mitunter auch selbstironische Randbemerkungen ein großes Plus. Sie bewahrten den Abend vor bierernster Vereinsmeierei und gaben ihm eine schöne Leichtigkeit. Also das richtige Vorzeichen für die gute Laune, die alle vier Musikvereine angestrebt haben.



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