Erstellt 17.12.09, 18:10h
USA - Washington will dem Kyoto-Protokoll wegen der darin festgelegten hohe Verbindlichkeit der Kohlendioxid-Minderungsziele nicht beitreten. Lehnt eigene internationale CO-Zusagen ab, solange China und andere Schwellenländer nicht ebenfalls stärker auf die CO-Bremse treten. Greift nun aber in die Dollar-Kiste fürs Gipfelkima.
China - Peking ist der „Big Player“ bei den Entwicklungsländern, obwohl es mit armen Ländern wie Burkina Faso oder Laos nur mehr wenig gemein hat. Führte in Kopenhagen die Revolte gegen die dänische Gipfel-Präsidentschaft an. Will kein absolutes CO-Reduktionsziel akzeptieren, sondern nur freiwillig etwas effizienter werden.
Afrika - Die Länder des Kontinents, der besonders unter dem Klimawandel leidet und leiden wird, kämpfen für schärfe CO-Reduktionsziele der Industrieländer und hohe Finanzhilfen. Ließen sich in Kopenhagen von China und Co, einspannen, die ihren Kohlendioxid-Ausstoß nur langsam bremsen wollen.
Europäische Union - Die Europäische Union spielt den Vorreiter mit dem Ziel „20 bis 30 Prozent CO-Minderung“ bis 2020, ist aber knauserig bis unklar bei den Finanzhilfen für die armen Länder. Hätte helfen können, die Gipfel-Agonie mit einem schnellem Votum für die 30 Prozent und mehr Großzügigkeit früher zu beenden. Hat sie aber nicht.
Japan - Tokios neue Regierung fährt einen positiven Klimakurs. 25 Prozent CO-Minderung bis 2020 sind ein Wort. Japan trat in den Kopenhagener Verhandlungen nicht offensiv auf, wirkte aber sehr positiv durch die Zusagen, für schelle Klimahilfen bis 2013 rund 15 Millionen Dollar (umgerechnet 10,4 Milliarden Euro) aufzuwenden, also mehr als die ganze EU.
Aosis - Die Gruppe der kleinen Inselstaaten, zu denen Tuvalu, die Malediven oder Barbados gehören, haben den Kopenhagen-Gipfel lange „blockiert“ - aus mehr als verständlichen Gründen. Sie wollten das 1,5 Grad-Erwärmungsziel durchsetzen anstelle der Zwei-Grad-Leitplanke, weil sie sonst buchstäblich untergehen. Sie waren chancenlos. (jw / jöm)
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