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Klimagipfel

Das Klima gehorcht uns nicht

Erstellt 18.12.09, 07:42h, aktualisiert 18.12.09, 12:51h

Die Daten über den Zusammenhang zwischen co2-Ausstoß und Erderwärmung sind nicht so eindeutig, wie immer behauptet wird. Naturkatastrophen durch politische Entscheidungen vorbeugen wollen - das ist menschlicher Hochmut. Gastbeitrag von Salomon Kroonenberg.

Salomon Kroonenberg
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Salomon Kroonenberg, Jahrgang 1947, studierte Physikalische Geologie in Amsterdam. Bis vor kurzem war er Professor an der Universität Delft. 2006 erschien sein Buch „Der lange Zyklus - die Erde in 10.000 Jahren“ (Primus-Verlag, Darmstadt).
Salomon Kroonenberg
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Salomon Kroonenberg, Jahrgang 1947, studierte Physikalische Geologie in Amsterdam. Bis vor kurzem war er Professor an der Universität Delft. 2006 erschien sein Buch „Der lange Zyklus - die Erde in 10.000 Jahren“ (Primus-Verlag, Darmstadt).
Symbolbild Klimagipfel
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Bitte recht freundlich: Sicherheitsbeamte fotografieren sich vor dem Logo für den UN-Klimagipfel im Bella Center in Kopenhagen. (Bild: dpa)
Symbolbild Klimagipfel
Welcher Politiker würde seine Karriere von den Jahreszeiten abhängig machen? Erfolg nur im Sommer, Scheitern im Winter? Ein solches Risiko würde natürlich keiner eingehen. Dennoch ist es genau das, was vielen Politikern droht. Denn die heutige enge Verknüpfung von Klimapolitik und Energiepolitik funktioniert nur, wenn sich das Klima erwärmt. Das Einsparen von Energie und die Entwicklung neuer nachhaltiger Energiequellen verringern den menschlichen Ausstoß von Kohlendioxid und ermäßigt damit die Aufwärmung des Klimas, heißt es. Höchstes Ziel ist ein stabiles Klima.

Aber was würde das im Falle Abkühlung des Klimas bedeuten? Müsste man nicht konsequenterweise schlussfolgern, dass - wenn wir das Klima stabil halten möchten - wir den Kohlendioxidausstoß extra ankurbeln müssten, damit sich das Klima wieder aufwärmt? Wenn wir die heutige Energiepolitik fortsetzen möchten, dann werden wir gezwungen sein, die damit einhergehende Abkühlung des Klimas zu akzeptieren. Aber warum akzeptieren wir dann jetzt nicht die Aufwärmung?

Zweifel am IPCC

Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) sagt voraus, dass die Mitteltemperatur der Welt nur steigen kann. Aber das ist eben die Frage. Es ist nachweisbar, dass seit 1998 die Mitteltemperatur der Erde gar nicht gestiegen, sondern eher ein wenig gesunken ist, obwohl der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre rasch gestiegen ist. Wenn das IPCC den heutigen Stillstand oder leichte Senkung nicht voraussagen konnte, warum sollten wir dann an die von ihnen vorausgesagte Erwärmung des Klimas glauben? Und das geschieht nicht zum ersten Mal, dasselbe ist zwischen 1945-1975 passiert: auch damals sank die Temperatur, während die Treibhausgase anstiegen. Damals, in den siebziger Jahren, fürchtete man sich vor einer neuen Eiszeit.

Eigentlich ist während der Hälfte der letzten 50 Jahre, auf denen die Schlussfolgerung des IPCC basiert, der Mensch sei schuldig an die Klimaänderung, die Temperatur gesunken statt angestiegen. Trotz eines erheblichen Anstieg von co2 in der Atmosphäre. Auch das hat das IPCC bis jetzt nicht endgültig erklären können. Im Bericht des IPCC von 1995 heißt es, dass im Mittelalter die Temperatur höher war als jetzt (die mittelalterliche Wärmeperiode), und vom 15. bis zur Mitte der 19. Jahrhunderts kälter als heute, die so genannte Kleine Eiszeit. Aber im IPCC-Bericht von 2001 sind die Wärmeperiode und die Kleine Eiszeit komplett verschwunden.

Hockeyschlägerkurve statt Eiszeit

Stattdessen findet sich die so genannte Hockeyschlägerkurve. Diese Kurve sagt aus, dass das Klima eigentlich stabil geblieben ist während des letzten Jahrtausends, sich aber rasch erwärmte, seit der Mensch in großen Mengen fossilen Brennstoffen verschwendet und damit den co2-Gehalt der Atmosphäre einschneidend verändert hat. Die Hockeyschlägerkurve ist von vielen Wissenschaftlern ernsthaft kritisiert worden, aber trotzdem hat das IPCC immer behauptet es gäbe einen Konsens über ihren Wahrheitsgehalt.

Warum ist die Kurve so wichtig für das IPCC? Weil sie zeigt, dass es noch nie so warm war wie zum gegenwärtigen Zeitpunkt und dass der Mensch daran schuld ist. Wenn aber die Temperaturen der mittelalterliche Wärmeperiode wärmer als die gegenwärtigen Temperaturen waren, müsste man daraus schließen, dass sich das Klima aufwärmen kann, auch ohne dass extra co2 in die Luft geblasen wird. Der Hockeyschläger aber ist hartnäckig in den Köpfen der Politiker verankert: bisher war alles mit dem Klima in Ordnung, jetzt haben wir es verdorben, wir brauchen nur die Ausstoß von co2 zu reduzieren und dann geht das Klima wieder zurück in seinen Käfig.

Vergesst die Sonne nicht

Aber wir wissen, dass das so nicht funktioniert. Das Klima ist nicht nur von co2 abhängig, sondern von vielen anderen Faktoren. Der Einfluss der Sonne scheint sich als ein wichtiger Faktor zu erweisen. Die kleine Eiszeit war eine Zeitfrist mit sehr wenig Sonnenflecken, und auch der Kälteperiode zwischen 1945 und 1975 zeigte weniger Sonnenaktivität. Gerade jetzt ist die Sonnenaktivität besonders niedrig. Vielleicht wird es bald eine neue Kleine Eiszeit geben. Wenn es jetzt tatsächlich kälter wird durch verringerter Sonnenaktivität, dann sind die Maßnahmen um den Kohlendioxidausstoß zu beschränken sinnlos, denn das Klima gehorcht uns nicht. Das Klima macht was es immer getan hat, mit oder ohne menschlichen Beitrag: schwanken durch natürliche Prozesse.

Die Verhandlungen in Kopenhagen streben das falsche Ziel an. Alle Katastrophen, die wir jetzt fürchten, haben in der Vergangenheit bereits durch natürliche Prozesse stattgefunden. Zu denken, wir könnten dem vorbeugen, ist menschlicher Hochmut. Die Natur selbst wird das den Politikern zeigen.

Salomon Kroonenberg, Jahrgang 1947, studierte Physikalische Geologie in Amsterdam. Bis vor kurzem war er Professor an der Universität Delft. 2006 erschien sein Buch „Der lange Zyklus - die Erde in 10.000 Jahren“ (Primus-Verlag, Darmstadt).

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